Fahrkontrollsystem

Stallikon zieht nach und kontrolliert neu ebenfalls Üetliberg- Zugänge

Auf dem Üetliberg herrscht ein striktes Fahrverbot. Keystone

Auf dem Üetliberg herrscht ein striktes Fahrverbot. Keystone

Das Kontrollsystem des Üetliberg-Fahrverbots zeigt Wirkung – nun überlegt sich Stallikon es Uitikon gleichzutun und ebenfalls eine Kamera oder gar Schranken bei seinen Zugängen zu installieren.

Was sich der Uitiker Sicherheitsvorstand Patrik Wolf (FDP) vom im April dieses Jahres eingeführten System zur Kontrolle der Autofahrten auf den Üetliberg versprochen hat, wurde nun erreicht.

Der Gemeinde liegt eine detaillierte Auflistung der Anzahl bewilligter und unbewilligter Fahrten auf den Zürcher Hausberg vor, wie es in einer Medienmitteilung von gestern hiess. Das Fahrverbot gilt zwar seit rund 100 Jahren, doch sorgte dessen Missachtung bei Anwohnern und beim Verein «Pro Üetliberg» immer wieder für rote Köpfe.

Seit April wurden 1200 Einzelbewilligungen und 350 Dauerbewilligungen erteilt. Die Uitiker Polizei registrierte in dieser Zeit 800 Fahrzeuge, die ohne Erlaubnis auf den Berg fahren wollten. Für Wolf ist dabei besonders interessant, dass 80 Prozent davon zwar das Verbotsschild auf der höhe Ringlikerstrasse passierten, beim Anblick der Kamera ein paar Hundert Meter weiter oben das Auto jedoch wendeten und zurückfuhren. «Eine Kamera bringt also mehr als eine grosse Anzahl Verbotsschilder», so Wolf.

800 Bussen dank Überwachungskamera

800 Bussen dank Überwachungskamera

Trotz Verbotstafel fahren etliche Autos auf den Uetliberg. Die meisten merken erst zu spät, dass sie gefilmt werden. Für die Gemeinde ein riesen Erfolg.


Leichte Änderungen an Praxis


Der Betrieb der Kamera ist für Wolf zufriedenstellend. Daher beantragte die Gemeinde Uitikon gemeinsam mit Stallikon und der Stadt Zürich die neue Verkehrsanordnung, deren öffentliche Auflage heute beginnt. Von der seit April geltenden Praxis gibt es nur leichte Abweichungen, wie Wolf auf Anfrage sagt.

So hat die Uitiker Polizei, die seit April das Kontroll-, wie auch das Online-Bewilligungswesen bewirtschaftet, die Möglichkeit, Ausnahmebewilligungen für Transporte beeinträchtigter Personen zu erteilen. Anwohner müssen sich fortan zudem nicht mehr an die Sperrzeiten zwischen 9 Uhr und 18 Uhr halten, sondern können den Berg ganztags befahren, obwohl die Anzahl Fahrten begrenzt sind.


Wolf erwartet keine Einsprachen, da die die Massnahmen bei den Anwohnern wie auch bei den Nutzern des Üetlibergs auf viel positive Resonanz stiess. «Eine Schranke oder etwas Vergleichbares ist also nicht notwendig», sagt er. Einzig wird das Fahrkontrollsystem, welchem sich die Uitiker Polizei bedient, aufgerüstet. Bald soll dieses mit einem automatischen Nummernkontrollsystem ausgestattet werden, damit das Erfassen der Nummernschilder vereinfacht werde, so Wolf.


Erste Zahlen in wenigen Wochen


Nun wird auch die Gemeinde Stallikon aktiv. Der Grund: Alternative Routen zur Uitiker Üetlibergstrasse, auf denen das Fahrverbot gleichermassen gilt, liegen auf Gemeindegebiet der Stalliker. Derzeit führe man auf diesen Zugängen sporadische Kontrollen durch, wie der Stalliker Gemeindeschreiber Roberto Brunelli auf Anfrage sagt. Dies, weil man sich ein Bild darüber machen wolle, wie viele Autofahrer unerlaubterweise über Stallikon auf den Üetliberg gelangen.

In wenigen Wochen erwarte man erste Zahlen. «Ob man im Nachgang zu dieser Erhebung eine Schranke oder wie in Uitikon eine Kamera auf den Zugangsrouten installieren wird, ist zwar offen. Doch will Stallikon Massnahmen ergreifen, das steht fest», so Brunelli.

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