Herr Noser, Sie haben nach Daniel Jositsch (SP) am zweitmeisten Stimmen erhalten. Was heisst das für den zweiten Wahlgang?
Ruedi Noser: Ich glaube, es ist mir sehr gut gelaufen. Ich habe ein gutes Resultat erzielt und gehe zuversichtlich in die zweite Runde.

Sie treten also wieder an. Worin liegen Ihre Chancen, es diesmal zu schaffen?
Ich habe eine gute Wählerbasis und konnte diese im ersten Wahlgang zu grossen Teilen mobilisieren. Ich denke aber, dass ich im zweiten Anlauf noch mehr Stimmen werde hinter mich bringen können. Daher habe ich gute Chancen gewählt zu werden, unabhängig davon wie die anderen Parteien taktieren.

Ruedi Noser siegessicher

Ruedi Noser siegessicher

Während des Wahlkampfs erwartete man, dass höchstens Sie das absolute Mehr im ersten Wahlgang erreichen könnten. Nun ist es Daniel Jositsch. Was ist passiert?
Es waren die Medien, die das behauptet haben. Die FDP ist im Kanton die kleinste Partei, die nun einen Spitzenplatz belegt. Und ich habe über die Parteigrenzen hinaus im Verhältnis wohl am meisten Stimmen mobilisieren können. Daher ist mein Resultat als durchweg positiv zu werten. Herr Jositsch hat das absolute Mehr wohl auch deshalb geschafft, weil er sich im Wahlkampf sehr bürgerlich gegeben hat.

Sie haben also damit gerechnet, dass Sie in die zweite Runde müssen.
Ja, für mich war es klar, dass es einen zweiten Wahlgang gibt. Historisch gesehen hat es der Freisinn schon in der Ära von Vreni Spoerry meist erst auf den zweiten Versuch geschafft. (fni)