Taxistreik in Zürich
Stadtzürcher Taxifahrer fordern mehr Kontrollen von Landtaxis

Der schon lange schwelende Konflikt zwischen Stadt- und Landtaxis in Zürich ist eskaliert: Seit Dienstagmittag wird gestreikt. Doch nicht alle Taxifahrer machen mit.

Matthias Scharrer
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Die revidierte Taxiverordnung ist gültig (Symbolbild).

Die revidierte Taxiverordnung ist gültig (Symbolbild).

Keystone

Dienstagmittag auf dem Helvetiaplatz: Streikführerin Dolores Zanini, Vizepräsidentin des Verbandes Taxisektion Zürich, verkündet: «Im Moment fährt kein Taxi in Zürich.» Als wenig später doch ein Taxi vorbeifährt, quittieren dies die rund 100 Taxifahrer, die sich zur Kundgebung versammelt haben, mit Buhrufen. Und Zanini räumt auf Anfrage ein: «Natürlich kann ich nicht alle Taxifahrer kontrollieren.» Doch es sei ihr von Kollegen berichtet worden, dass am Hauptbahnhof kein Taxi stehe.

Die Taxisektion Zürich vertritt laut ihrem Präsidenten Mehmet Usta rund 500 Taxifahrer. Sie hat zum Taxistreik von Dienstag, 12 Uhr, bis Mittwoch, 12 Uhr, aufgerufen.

Hintergrund ist der langjährige Konflikt zwischen Stadt- und Landtaxis. Die Streikenden ärgern sich darüber, dass Landtaxis auch in Zürich Kundschaft «wischen», wie es im Taxifahrerjargon heisst. Erlaubt wäre, dass sie nach einer Fahrt in die Stadt Zürich auch wieder einen Kunden zu ihrem Standort ausserhalb der Stadt nehmen. Doch viele würden länger in der Stadt bleiben, um dort mehr Kundschaft als erlaubt herumzufahren. Und die Polizei kontrolliere nur selten.

Deshalb fordern die Streikenden vom grünen Polizeivorsteher Daniel Leupi ein härteres Durchgreifen. Ausserdem wollen sie, dass Taxis auch Bus- und Tramspuren benützen dürfen.

Der Taxiverband Zürich distanziert sich von dem Streik, obwohl er anerkennt, dass es Missstände gibt: «Es ist zu bezweifeln, dass mit einer 24-stündigen Arbeitsniederlegung eine Verbesserung der Missstände im Taxigewerbe erreicht werden kann», heisst es in einer Mitteilung des Taxiverbands.

Am Hauptbahnhof wartet ein Streikbrecher auf Kundschaft. «Ich muss meine Rechnungen bezahlen», erklärt er – und schimpft los über Landtaxis, den grünen Polizeivorsteher und die vielen ausländischen Taxifahrer, die seiner Meinung nach das Geschäft kaputt machen.