Seit Jahren plant das Tiefbauamt die Neugestaltung des Zürcher Heimplatzes. Bereits Stadträtin Ruth Genner (Grüne) hat ein Projekt erarbeitet. Ihr Nachfolger Filippo Leutenegger (FDP) muss nun nochmals über die Bücher.

Das Stadtparlament (SP, Grüne, GLP, AL) versenkte am Mittwoch die stadträtliche Weisung und unterstützte eine Forderung der Grünen nach einem neuen Gestaltungswettbewerb für den Platz. SVP, FDP und CVP wehrten sich vergeblich gegen die Rückweisung. Diese kam mit 73 zu 47 Stimmen durch.

Der Ideenwettbewerb soll insbesondere bessere Querungsmöglichkeiten und mehr Platz für Fussgängerinnen und Fussgänger aufzeigen. Weiter soll genügend Platz für breite Velostreifen gefunden und auch noch die Aufenthaltsqualität des Platzes verbessert werden.

"Funktionstüchtige Ideen" contra "absurde Lösungen"

Für die neue Projektierung fehlt dem Tiefbauamt allerdings das Geld. In der Budgetdebatte wurde der Planungskredit nämlich gestrichen. Somit werde 2016 nichts passieren, sagte Stadtrat Leutenegger. Die Planung kann weitergehen, wenn in der Budgetdebatte im Dezember 2016 der Kredit durchkommt.

Leutenegger gab in der Ratsdebatte auch zu bedenken, dass die Stadt im Gebiet rund um den Heimplatz "nicht allein das Sagen hat". Der Kanton ist nämlich stark involviert, da über den Heimplatz überkommunale Verkehrsachsen führen.

Die Ratsmehrheit ist dennoch zuversichtlich, mit dem Wettbewerb "kreative, funktionstüchtige" Ideen zu finden. Die Minderheit sprach von einer Zwängerei. Offenbar seien SP und Grüne auf der Suche nach möglichst absurden Lösungen, bei denen Vernunft und Geld keine Rolle spielten.

Leutenegger wies den Rat zudem darauf hin, dass es durch das Vorgehen zu Verzögerungen komme. "Es wäre schön, wenn diese dann später nicht dem Tiefbauamt angelastet werden", sagte der Tiefbauvorsteher. Er nehme den "Schwarzen Peter" aus dem Parlament entgegen, auch wenn dieser nicht ins Tiefbaudepartement gehöre.