Die Ja-Parole zum 216-Millionen-Kredit für das Stadion wurde mit 38 zu 26 Stimmen bei 2 Enthaltungen gefasst. Die mit dem Stadion verknüpfte städtische Wohnüberbauung auf dem Hardturmareal für 103 Millionen Franken lehnten die Delegierten mit 59 zu 0 Stimmen bei 3 Enthaltungen ab.

Die Meinungen gingen weit auseinander: Flammende Voten für ein neues "richtiges Fussballstadion" lösten Warnungen vor einer "finanzpolitischen Unsinnigkeit" ab. Schliesslich obsiegten die Fussballfans dann aber doch.

"Man muss den Schweiss riechen"

Um ihre Delegierten für das Stadion zu gewinnen, lud die SVP den ehemaligen Trainer der Fussball-Nationalmannschaft, Köbi Kuhn, ein. Dieser betonte, wie wichtig für die beiden Zürcher Klubs "ein richtiges Fussballstadion" sei.

"Der Letzigrund ist schön, aber man braucht einen Feldstecher, um die Tore zu sehen." Die Nähe sei etwas vom Wichtigsten bei Fussballspielen. "Die Fans müssen den Schweiss der Spieler riechen", sagte Kuhn. Er warnte davor, dass es vielleicht die letzte Chance sei, dass auf dem Hardturm-Areal ein Fussballstadion entstehen könne. "Tun wir alles dafür", sagte der ehemalige Nati-Trainer.

Mit diesem Fussballstadion schaffe man etwas für den CEO und für den "Büezer", für die Grossen und die Kleinen, sagte auch SVP-Gemeinderat Thomas Schwendener. "Man hätte es gratis haben können", sagte er mit Verweis auf das ehemalige, gescheiterte Projekt. Aber manchmal müsse man eben eine Kröte schlucken.

Die Gegner des Stadion-Kredits kritisierten vor allem, dass der Steuerzahler das Projekt berappen müsse. "Beim Kunsthaus, dem Zoo oder dem Opernhaus beteiligen sich Private mit grossen Beträgen - hier mit keinem roten Rappen", sagte etwa ein Redner. Der Letzigrund reiche vollumfänglich, sagte ein anderer.

FDP und GLP dagegen

Mit der SVP haben nun alle städtischen Parteien ihr Empfehlungen für die Abstimmung über das neue Fussballstadion und die geplante Wohnsiedlung abgegeben. Ebenfalls Ja sagen die SP und die CVP. Die Grünen befürworten nur die Überbauung, zum Stadion beschlossen sie Stimmfreigabe.

Abgelehnt werden die beiden Projekte von der FDP und den Grünliberalen. Die Freisinnigen kritisieren in erster Linie, dass das Stadion "durch den Steuerzahler finanziert werden müsse". Und auch die GLP stört sich hauptsächlich an den Kosten für den Neubau.

Das letzte Fussballspiel im alten Hardturm-Stadion fand 2007 statt, ein Jahr später wurde es abgerissen. Seither müssen die beiden Stadtzürcher Fussballclubs im Letzigrund-Stadion spielen. Das Letzigrund ist als Leichtathletik-Stadion konzipiert. Kritisiert wird, dass bei Fussballspielen keine gute Stimmung aufkomme.