Von den 3389 im vergangenen Jahr abgeschlossenen Verfahren betrafen deren 2391 solche Konflikte des täglichen Lebens, wie der Verband der Friedensrichterinnen und Friedensrichter des Bezirks Zürich am Mittwoch mitteilte. Mit 69,2 Prozent sei eine Erledigungsquote erreicht worden wie sei Jahrzehnten nicht mehr.

Die arbeitsrechtlichen Streitigkeiten nahmen 2012 um 22 Prozent zu. 64 Prozent der 998 Fälle konnten die Friedensrichterämter erstinstanzlich erledigen und so die Gerichte entlasten.

Der Streitwert aller Schlichtungsgesuche belief sich auf 513 Millionen Franken. Der kleinste Streitwert betrug 38 Franken, der höchste 123 Millionen Franken.

1649 Schlichtungsgesuche oder fast die Hälfte aller Klagen hatte einen Streitwert unter 5000 Franken. Von diesen wurden rund 88 Prozent vom Friedensrichter entschieden. Bei Streitwerten von über 100'000 Franken wurde jeder dritte Fall erstinstanzlich abgeschlossen.

Neue ZPO hat sich bewährt

Nach der neuen Zivilprozessordnung (ZPO) kann der Friedensrichter bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von 5000 Franken einen Urteilsvorschlag unterbreiten. Dieses Instrument wurde im vergangenen Jahr 248 Mal angewendet, fast doppelt so oft wie im Vorjahr.

In total 84 Prozent der Fälle wurde der Urteilsvorschlag rechtskräftig. Bei 40 Fällen lehnten eine oder beide Parteien den Vorschlag ab und es wurde der klagenden Partei die Klagebewilligung erteilt. Die Parteien konnten somit ein Gericht anrufen.

Seit 2011 können die Parteien in Schlichtungsverfahren einen Rechtsbeistand oder eine Vertrauensperson beiziehen. Von dieser Möglichkeit wurde auch im vergangenen Jahr rege Gebrauch gemacht. In 949 Verfahren wurden die Parteien von einem Rechtsbeistand begleitet.

Diese Begleitungen stellten eine Bereicherung dar, verursachten aber Mehrbelastungen und führten auch zu längeren Sitzungen, heisst es im Jahresbericht. Insgesamt sei die neue ZPO nach zwei Jahren nicht nur gut eingeführt, sie habe sich im friedensrichterlichen Verfahren auch bewährt.