Uster
Stadtrat will nicht auf Kiesabbau im Näniker Hard verzichten: Initiative "zum Schutz des Waldes" abgelehnt

Der Stadtrat von Uster möchte den Kiesabbau im Näniker Hard nicht verhindern. Er lehnt die städtische Volksinitiative "zum Schutz des Waldes" ab, wie er am Mittwoch mitteilte.

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Die Volksinitiative wollte verhindern, dass Wald für den Kiesabbau gerodet wird. (Symbolbild)

Die Volksinitiative wollte verhindern, dass Wald für den Kiesabbau gerodet wird. (Symbolbild)

AG

Die Stimmberechtigten werden darüber entscheiden, ob sich die Stadt Uster mit allen Mitteln gegen die Rodung der städtischen Waldparzelle im Näniker Hardwald für den kommerziellen Kiesabbau einsetzen muss. Die Initiative war im letzten November eingereicht worden. Der Stadtrat empfiehlt dem Gemeinderat, auf die Ausarbeitung eines Gegenvorschlages zu verzichten.

Die Volksinitiative will verhindern, dass 24 Hektaren Wald in der Ustermer Aussenwacht Nänikon für den Kiesabbau gerodet werden, wie es in der Begründung heisst. Der Wald müsse integral erhalten bleiben, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie als Erholungsraum. Zudem leisteten die Bäume einen wichtigen Beitrag für die Luftqualität und den Klimaschutz.

Stadtrat: Weniger Lastwagenfahrten

Die vorgesehene Rodung entspreche rund 3,2 Prozent der Waldfläche auf dem gesamten Stadtgebiet von Uster, schreibt der Stadtrat. Durch ein Vorgehen in 16 Etappen würden jeweils 0,2 Prozent für eine bestimmte Zeit gerodet.

In der Region werde heute weniger Kies abgebaut als benötigt werde. Auch das Auffüllvolumen liege weit unter dem Bedarf. Mit dem Abbau liessen sich die Importe von Kies und die Exporte von Aushub mit den entsprechenden Lastwagenfahrten reduzieren.

Aus geologischer Sicht sind gemäss Stadtrat nur wenig nutzbare Kiesvorkommen ausserhalb von Waldgebieten vorhanden. Von diesen seien heute bereits viele im Abbau begriffen. Im kantonalen Richtplan ist der Näniker Hard als "Materialgewinnungsgebiet" festgesetzt, die Voraussetzungen der Raumplanung sind somit erfüllt.

Der Näniker Hard ist laut Stadtrat "von relativ geringem naturschützerischem Wert". Die Rekultivierung führe langfristig zu einem ökologisch wertvolleren Waldstandort, in welchem auf der Erholungswert gesteigert werde.