Verein «E-Mobil Züri»

Stadtrat prüft Gesuch für Formel-E-Rennen in Zürich

Fahren solche Formel-E-Boliden wie jener des Schweizer Sébastien Buemi bald durch die Stadt Zürich? 10 Millionen Franken budgetiert Roger Tognella, Präsident von «E-Mobil Züri» und FDP-Gemeinderat, für den E-Prix in Zürich.

Fahren solche Formel-E-Boliden wie jener des Schweizer Sébastien Buemi bald durch die Stadt Zürich? 10 Millionen Franken budgetiert Roger Tognella, Präsident von «E-Mobil Züri» und FDP-Gemeinderat, für den E-Prix in Zürich.

Der Chef der Formel E glaubt, dass 2018 für Zürich noch zu früh ist.

Nach Marrakesch, Paris, Rom und New York soll das weltweit bekannte Formel-E-Rennen auch in Zürich Halt machen. Dieses Vorhaben will der Verein «E-Mobil Züri» unter Präsident und FDP-Gemeinderat Roger Tognella realisieren. Diese Woche ist der Verein nach nun zweijähriger Vorbereitung der Bewilligung einen Schritt näher gekommen. «Das Gesuch für die Durchführung des E-Prix im Juni 2018 ist am Mittwoch eingegangen. Ein Entscheid des Stadtrats diesbezüglich soll im Laufe des Herbsts fallen», sagt Robert Soós, Sprecher des Sicherheitsdepartements der Stadt Zürich.

Tognella bestätigt, dass man an den bisherigen Eckpunkten des E-Prix weitestgehend festhalten will. Nach wie vor soll das Rennen an einem verkehrsarmen Sonntag im Juni 2018 stattfinden. Die grosse Herausforderung für die Durchführung sei es, die Beeinträchtigung des öffentlichen und privaten Verkehrs möglichst gering zu halten.

Die Rennstrecke des Zürcher ePrix?

So könnte die Rennstrecke des Zürcher ePrix aussehen:

Die Formel-E-Strecke von Zürich: Start und Ziel der möglichen Rennstrecke liegen vor dem Hafen Enge mit Kulissen des linken Seeufers. Die Boxenstrasse ist im Parkgelände des Hafen Enge angelegt, worauf auch von der Hauptbühne aus eine perfekte Sicht geboten wird. Die Strecke ist 3,029 km lang und bietet Möglichkeiten für spannende Manöver und Zweikämpfe.

Unklarheit bezüglich Rennstrecke

Bezüglich der genauen Rennstrecke hält sich der FDP-Gemeinderat jedoch bedeckt. Start und Ziel der Strecke liegen nach wie vor beim Hafen Enge. «Die Rennstrecke von 2,6 Kilometer verläuft rund um das Versicherungsviertel von Zürich», so Tognella. Damit wiederlegt er den bisherigen Streckenplan, der eine Route vom Hafen Enge über die Tunnelstrasse bis zum Bürkliplatz und entlang der Seepromenade zurück zum Hafen vorgesehen hätte. Ob für das potenzielle Rennen auch Asphaltglättungen notwendig werden, kann Tognella derzeit nicht abschliessend beantworten: «Die Strassen von Zürich weisen einen prädestinierten Belag für solche Rennen auf. Dennoch befinden wir uns diesbezüglich mitten in den technischen Abklärungen.»

Neben einer Haupttribüne planen die Zürcher Veranstalter kostenlose Stehränge sowie ein Public Viewing. «Dieses wird eher nicht auf dem Sechseläutenplatz stattfinden», so Tognella. Insgesamt rechnet der Verein mit rund 50 000 Zuschauern am Wettkampftag. Neben der vollständigen Finanzierung durch private Investoren bekunden laut Tognella auch die Hochschulen Interesse am Anlass. Für dessen Durchführung rechnet der «E-Mobil Züri»-Präsident mit einem Budget von rund zehn Millionen Franken.

Marco Parroni, Head of Global Sponsoring bei der Bank Julius Bär, sagt auf Anfrage: «Julius Bär ist seit den Anfängen im Jahr 2014 globaler Partner der FIA Formel-E-Meisterschaft. Wir wären sehr erfreut, ein Rennen in unserem Heimmarkt Schweiz zu sehen. Wir sind überzeugt, dass die Schweiz eines der innovativsten Wirtschaftssysteme der Welt ist und daher ein idealer Austragungsort für ein Rennen mit Elektrofahrzeugen wäre.»

Formel E in Zürich: Im März 2015 wurde die Idee vom potentiellen Sponsor Julius Bär aufgeworfen. Sogar Bastien Girod war damals schon begeistert.

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Formel E in Zürich: Die Bank Julius Bär möchte 2017 ein Formel-E-Rennen in der Limmatstadt durchführen. Der Grüne Bastian Girod ist begeistert - bei der Stadt Zürich bleibt die Euphorie jedoch aus.

Mit sportlichem Zeitplan

Obwohl die Bank als Hauptsponsorin das Projekt vorwärts treibt, zeigt sich Alejandro Agag, Chef der Formel E, nüchtern. Gegenüber der «Automobil Revue» sagte er kürzlich: «Ich bin Realist und kein Träumer. Angesichts der politischen Gegebenheiten in der Schweiz dürfte es für 2018 wohl zu früh sein. Selbst wenn unser Global Sponsor, die Bank Julius Bär, ziemlich pusht.»

Der Zeitplan des Formel-E-Rennens bleibt mit der bis im Herbst ausstehenden Antwort des Zürcher Stadtrates sportlich. Obwohl der Verein bereits 2015 erste Schritte wagte, geht die Umsetzung schleppend voran. Damals hatte der Verein seine Kandidatur für Zürich als Austragungsort des E-Prix offiziell bei der Fédération International de l’Automobile in Paris eingereicht. Es folgten noch im gleichen Jahr erste Skizzen bezüglich der Rennstrecke. 2016 sprang dann die «Blick»-Gruppe als umfassender Medienpartner auf das Formel-E-Ross auf. Nachdem in Bundesbern für die Durchführung von Rundstreckenrennen im Rahmen der Formel-E-Meisterschaften 2016 die Möglichkeit beschlossen wurde, Ausnahmebewilligungen zu erteilen, kehrte bis jetzt Ruhe um das Formel-E-Rennen in Zürich ein.

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