Tramdepot Hard
Stadtrat nimmt erneuten Anlauf für Überbauung des Tramdepots Hard

Auf dem Areal beim Escher-Wyss-Platz in Zürich sollen rund 180 Wohnungen entstehen. Der Stadtrat beantragt dafür dem Gemeinderat einen Projektierungskredit von 13,2 Millionen Franken.

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Tramdepot beim Escherwys-Platz

Tramdepot beim Escherwys-Platz

Keystone

Erfüllt werde damit eine Forderung des Gemeinderates, der vor einem Jahr eine entsprechende Motion von CVP, SP und Grünen überwiesen habe, schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung vom Dienstag. Zudem hätten die Stimmberechtigten 2011 bestimmt, dass in der Stadt Zürich der Anteil gemeinnütziger Wohnungen von heute einem Viertel kontinuierlich auf ein Drittel steigen soll.

Das Tramdepot Hard ist das drittgrösste und für die Verkehrsbetriebe Stadt Zürich (VBZ) wegen der zentralen Lage besonders wichtig. Heute werden von dort aus fünf Tramlinien mit Fahrzeugen beschickt. Einen Teil des Depots, der aus dem Jahr 1911 stammt, hat der Stadtrat 2006 unter Schutz gestellt. Nun will er den nicht unter Schutz stehenden Teil durch einen Neubau ersetzen und den historischen Teil in den Neubau einbeziehen.

Gemäss einer Machbarkeitsstudie lässt sich über dem Depotneubau eine Wohnüberbauung mit rund 180 Wohnungen erstellen, wie es in der Mitteilung heisst. Die genaue Anzahl werde sich jedoch erst aus dem geplanten Projektwettbewerb ergeben.

Nach groben Schätzungen wird für Depot und Wohnüberbauung mit Gesamtkosten von 147,9 Millionen Franken gerechnet. In dieser Summe ist laut Stadtrat noch kein Reserve-Zuschlag enthalten; die Kostengenauigkeit betrage plus/minus 25 Prozent. Auf das Depot entfallen 58,9 Millionen Franken, auf die Wohnungen 89 Millionen Franken.

Es könne damit gerechnet werden, dass der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) den VBZ die Kosten für die Depot-Sanierung vergüte, hält der Stadtrat fest. Der Verkehrsrat des ZVV werde darüber aber erst entscheiden, wenn Parlament und Stimmberechtigte dem definitiven Bauprojekt zugestimmt haben.

Falls der Gemeinderat den Projektierungskredit genehmigt, will der Stadtrat noch dieses Jahr den Projektwettbewerb starten. Stimmen Parlament und Stimmberechtigte auch dem Objektkredit zu, könnte die Baubewilligung Mitte 2016 vorliegen. Die Bauarbeiten könnten dann 2017 beginnen, sodass das neue Tramdepot und die Wohnungen Ende 2019 zur Verfügung stünden.

Depotneubau dringlich

Aus sicherheitstechnischer, betrieblicher und wirtschaftlicher Sicht habe der Depotneubau für die VBZ hohe Dringlichkeit, heisst es weiter in der Mitteilung. Das neue Tramdepot erfülle in optimaler Weise die veränderten Anforderungen an den Unterhalt der Cobra-Trams und der neuen, längeren Niederflurfahrzeuge, die angeschafft werden.

Zudem müssten die Diensträume im historischen Gebäude umfassend saniert werden. Die 76 VBZ-Parkplätze auf dem Areal sollen in einer Tiefgarage am westlichen Ende des Grundstücks zusammengefasst werden. Dagegen sind für die Bewohner keine Parkplätze vorgesehen.

Das Areal des Tramdepots Hard hat eine längere Planungsgeschichte hinter sich. Bereits 1989 beantragte der Stadtrat dem Gemeinderat einen Projektierungskredit für einen Depot-Neubau. Das Vorhaben scheiterte jedoch aus finanziellen Gründen. Später wurde der schützenswerte östliche Teil der Depothallen instand gesetzt.

2009 begrub der Stadtrat Pläne für ein Hochhaus über dem Depot, das Platz für 148 Wohnungen und 55 Alterswohnungen sowie ein Sozialzentrum, eine Kinderkrippe und Büros hätte bieten sollen. Die Kosten hätten keinen gemeinnützigen Wohnungsbau mehr erlaubt.