Die Initiative der Denkfabrik Sentience Politics und der Jungen Grünen fordert unter anderem ein tägliches veganes Menü in sämtlichen städtischen Betrieben und Institutionen. Auch soll künftig für Veranstaltungen die Auflage gelten, dass vegane Speisen angeboten werden müssen. Weiter soll eine Stiftung zur Förderung einer nachhaltigen pflanzlichen Ernährung gegründet werden.

Der Stadtrat lehnt die Initiative aber ab, da er andere Wege als zielführender erachtet. Der Fokus der Initiative liege allein auf der Förderung der pflanzlichen Ernährung, die einen Teilaspekt der nachhaltigen und gesunden Nahrung darstelle. Aus ökologischer Sicht fehlten Aspekte wie Regionalität, Saisonalität, Transport, Bodenbewirtschaftung und Food Waste.

Gemäss Stadtrat setzt sich die Stadt Zürich für das Grundanliegen der Initiative für eine nachhaltige und faire Ernährung bereits vielfältig ein, beispielsweise mit "vegetarischen und klimafreundlichen Menüangeboten" sowie Projekten zur Verhinderung von Food Waste, also der Verschwendung von Nahrungsmitteln.

Ergänzung der Gemeindeordnung

Auch eine Mehrheit des Gemeinderates stellte sich am Mittwoch hinter die Argumente des Stadtrates. Die Initiative sei gut gemeint, gehe aber einfach zu weit, hiess es beispielsweise von der AL. Einzig die Grünen setzten sich für das Anliegen der Initianten ein. Unterstützt von SP und GLP stellten sie der Initiative zudem einen Gegenvorschlag gegenüber.

Damit soll in der Gemeindeordnung der Artikel zur Erreichung der 2000-Watt-Gesellschaft mit einer weiteren Ziffer ergänzt werden. Darin soll festgehalten werden, dass die umweltschonende Ernährung gefördert und mehr über den Einfluss der Ernährung auf das globale Klima informiert werden soll.

Für die AL macht der Gegenvorschlag die Sache aber nicht besser: Das Anliegen gehöre nicht in den Artikel der 2000-Watt-Gesellschaft, sagte der AL-Sprecher. Die CVP wehrte sich gegen Vorschriften, wie man sich verpflegen soll, und SVP und FDP sprachen von Bevormundung.

Dem widersprach der Sprecher der Grünen: Es gehe nicht um Bevormundung, sondern um Information und Fakten. Stadträtin Claudia Nielsen (SP) erklärte, dass der Stadtrat das "sympathische Anliegen" entgegennehme.

Der Rat unterstützte den Gegenvorschlag schliesslich mit 61 Ja- zu 55 Nein-Stimmen. Die Weisung geht nun in die Redaktionskommission, die Schlussabstimmung findet in ein paar Wochen statt. Das letzte Wort hat das Stadtzürcher Stimmvolk.

Hinter dem Begehren stehen Initianten rund um die Denkfabrik Sentience Politics. Die Organisation setzt sich für die Interessen von empfindungsfähigen Lebewesen ein. Sie reichte ähnliche Initiativen in Basel-Stadt und Luzern ein.