Albisgüetli-Ausschreitungen
Stadtrat: Hans Fehr hätte besser die Nummer 117 gerufen

Der Stadtrat verteidigt das Vorgehen der Verantwortlichen von VBZ und Polizei anlässlich der Albisgüetlitagung der SVP im Januar dieses Jahres. Der Entscheid, die Tramlinie 13 sowie die Buslinien 32 und 89 vorzeitig zu wenden, sei richtig gewesen.

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Nationalrat Hans Fehr, bevor er das Spital aufsuchte. (screenshot SF)

Nationalrat Hans Fehr, bevor er das Spital aufsuchte. (screenshot SF)

Im Falle einer unbewilligten Demonstration mit absehbaren oder laufenden tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrationsteilnehmenden könne nie davon ausgegangen werden, dass ein Passieren der betroffenen Strassenabschnitte völlig ungefährlich sei, schreibt der Stadtrat in einer am Donnerstag publizierten Antwort zu einer Anfrage der SVP im Gemeinderat.

Die grossräumige Umleitung des öffentlichen Verkehrs gehöre deshalb zum Standarddispositiv bei Demonstrationen mit Ausschreitungen. Gründe dafür seien die Sicherheit der Fahrgäste und des Personals der Verkehrsbetriebe, die Vermeidung von Sachschäden und ein genügender Handlungsspielraum für den Polizeieinsatz.

Die Auswirkungen für die von einer Umleitung betroffenen Passagiere versuchten die VBZ so gering wie möglich zu halten. Ein kurzer zusätzlicher Fussweg oder etwas längere Wartezeiten müssten allerdings im Interesse des Gesamtsystems in Kauf genommen werden.

Fehr hätte gewarnt sein müssen

In Schutz nimmt der Stadtrat auch den Kommandanten der Stadtpolizei. Dieser hatte erklärt, der tätlich angegriffene SVP-Nationalrat Hans Fehr hätte besser die Nummer 117 angerufen und sich abholen lassen.

Diese Aussage möge etwas unglücklich erscheinen, sei aber sachlich nachvollziehbar, schreibt der Stadtrat. Als Person des öffentlichen Interesses mit hohem Bekanntheitsgrad sei ein Nationalrat eine viel wahrscheinlichere Zielscheibe für einen tätlichen Angriff als ein beliebiger Fahrgast.

Da damit von einer möglichen Bedrohungslage für diese Person auszugehen war, hätte die Stadtpolizei auf Anfrage auch eine Personeneskorte bereitgestellt oder eine andere Anfahrtsroute vereinbart, hält der Stadtrat fest.

Vor der Albisgüetlitagung der SVP Kanton Zürich am 21. Januar war es zu Ausschreitungen von Linksautonomen gekommen. Der Zürcher SVP- Nationalrat Hans Fehr wurde dabei auf offener Strasse tätlich angegriffen und verletzt. (sda)