Für Ferienabwesenheiten ist normalerweise ein Stellvertreter benannt, in diesem Falle in der Person von Daniel Leupi (Grüne). Doch der war zum Zeitpunkt der Besetzung ebenfalls auf Reisen, weshalb der nächste in der Reihe, Filippo Leutenegger (FDP), das Krisenmanagement über das Wochenende übernehmen musste.

Leutenegger durfte den Stab nach der Räumung des Binz-Areals aufgrund eigener Ferienabwesenheit auch gleich weitergeben, an Sozialvorsteher Raphael Golta. Roger Liebi, Präsident der Stadtzürcher SVP, äussert sich gegenüber Tele Züri empört: «Diese Stellvertreterregelung zeigt, dass es für die Stadtregierung nicht oberste Priorität ist, für Ordnung und Ruhe zu sorgen». Er bezeichnet die Stadt als «führungslos».

Die Stadträte müssten ihre Ferienzeit in den Schulferien beziehen, weil in dieser Zeit der politische Betrieb ruhe, sagt Stadtschreiberin Claudia Cuche-Curti gegenüber dem Tages Anzeiger.

Der derzeitige Polizeidepartement-Vertreter, Raphael Golta, widerspricht den Vorwürfen Liebis: «Wir haben eine gut organisierte Stadtverwaltung mit Stellvertreterregelungen wie in jeder guten Organisation. Wie der Alltag zeigt, funktioniert die Stadt Zürich damit».

Alle Stadträte seien qualifiziert, die Stellvertretung eines anderen Departements zu übernehmen, erklärt Raphael Golta auf den Vorwurf Liebis, die Stadt hätte die Kontrolle verloren und sich von den Besetzern in die Knie zwingen lassen.