Frauensynode
Stadtpräsidentin fordert mehr Wertschätzung für Frauen ein

Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch hat anlässlich der 5. Schweizerischen Frauensynode in Zürich mehr Wertschätzung für Frauenarbeit gefordert. Die eintägige Synode, zu der rund 600 Frauen anreisten, war dem Thema «Wert-Schöpfung» gewidmet.

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Corine Mauch fordert mehr Wertschätzung für Frauen (Foto: Sarah Jäggi)

Corine Mauch fordert mehr Wertschätzung für Frauen (Foto: Sarah Jäggi)

Limmattaler Zeitung

Zu Beginn der eintägigen Veranstaltung wurde auf dem nahe der Bahnhofstrasse gelegenen Münzplatz das Synodefeuer entfacht. Nach Mauchs Eröffnungsrede standen im Kongresshaus unter anderem Referate, Workshops, eine Kunstaktion und ein Konzert von Dodo Hug auf dem Programm.

Was Frauen tagtäglich tun, werde noch allzu oft gering geschätzt. sagte Mauch in ihrer Ansprache. Es sei deshalb sicher nicht falsch, mehr Wertschätzung zu verlangen. Damit aber wahrgenommen werde, dass die Arbeit der Frauen auch Wertschöpfung bewirke, dafür sei ein Umdenken nötig. «Ein Umdenken, das längst überfällig wäre, dem sich aber der Mainstream noch immer verweigert», sagte die SP- Stadtpräsidentin.

Männlich dominierte Finanzwelt

Frauen übten mehrheitlich Arbeiten aus, die auf ein Funktionieren der Gesellschaft ausgerichtet seien. «Arbeiten, die geringen Gewinn versprechen und im allgemeinen Verständnis eben keine grosse Wertschöpfung bewirken.» Es sei deshalb kein Zufall, dass die Finanzwelt, in der es um «maximale Wertschöpfung» gehe, von Männern dominiert werde.

Der Börsenkollaps, welcher zu einer «maximalen Wertvernichtung» geführt habe, scheine die Finanzwelt unberührt zu lassen, so, als wäre dieser nur ein Ausrutscher gewesen. «Eine solche Einstellung lässt befürchten, dass wir sehenden Auges in die nächste Krise schlittern.»

Anderseits sei sie überzeugt, sagte Mauch, dass die Verunsicherung, welche die Finanzkrise in der Bevölkerung verursacht habe, auch eine Chance für die Anliegen der Frauen sei. Was es nun brauche, seien kühne und unangepasste Frauen. «Frauen, die vorpreschen, die sich einmischen.»

Die Frauensynode ist ein kirchennahes Projekt der Frauen-Kirchen- Bewegung Schweiz. Zum ersten Mal fand sie 1995 in St. Gallen statt. Ziel ist, kirchliche und nichtkirchliche Frauen miteinander zu vernetzen und zu gesellschaftlich aktuellen Fragen Stellung zu beziehen.