Zürich
Stadtpolizei zeigt neue Härte gegen Strassenmusiker

30 Verzeigungen gegen fehlbare Strassenmusikanten hat die Stadtpolizei Zürich 2015 ausgesprochen. Das ist eine Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2014 und so viel wie noch nie. Nun wehrt sich eine Band.

Christoph Bernet
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Auftritt der Soulmaniacs im Rosenhof: Ein Mitglied der Band wirft der Stadtpolizei Zürich übertriebene Repression gegen Strassenmusikanten vor.

Auftritt der Soulmaniacs im Rosenhof: Ein Mitglied der Band wirft der Stadtpolizei Zürich übertriebene Repression gegen Strassenmusikanten vor.

HO

In der Stadt Zürich haben die Verzeigungen gegen Strassenmusikanten in den letzten Jahren deutlich zugenommen. 2013 und 2014 waren es noch zwischen 15 und 20, im letzten Jahr bereits 30. Die Stadtpolizei erwartet, dass dieser Wert im laufenden Jahr noch einmal überschritten wird. «Passanten und Ladenbesitzer melden sich häufiger, wenn sie sich von Strassenmusikanten gestört fühlen», erklärt Marion Engeler von der Stadtpolizei gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

Diese Begründung sei falsch, sagt ein Mitglieder der «Soulmaniacs», einer Band aus professionellen Musikern, die seit Jahren in Zürich auf der Strasse musiziert: «Seit dem Sommer 2015 hat eine eindeutige Praxisänderung hin zu mehr Repression stattgefunden.»

Der Schweizer Musiker kritisiert die Polizei: «Wir sind bloss Musiker und keine Kriminellen und wollen einfach nur normal behandelt werden.» Die Stadtpolizei bestreitet die Vorwürfe: «An der grundsätzlichen Praxis der Stadtpolizei Zürich hat sich nichts geändert.»