Alle Parteien ausser der SVP sagten am Mittwoch Ja zu diesem Jahrhundertgeschäft, allerdings ohne viel Begeisterung und dafür mit einigen Bedenken.

Denn es gebe viel Risiken und und Unwägbarkeiten, lautete der Tenor. Niemand wisse, ob diese grosse Investition in die Fernwärme langfristig rentiere, ob es noch genügend Abfall geben werde und wie sich die Technologie entwickle.

Laut Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) hat man sich für eine "effiziente, elegante und zukunftsträchtige Lösung" entschieden: eine Verbindungsleitung. Dieser Energiekanal soll während 70 bis 90 Jahren funktionieren.

Versorgung sicherstellen

Eine Entscheidung war unumgänglich. Denn das Kehrichtheizkraftwerk Josefstrasse (KHKW), das Zürich-West mit Fernwärme versorgt, wird voraussichtlich 2022 ausser Betrieb genommen. Damit die Versorgung des Fernwärmenetzes Zürich-West weiter gewährleistet werden kann, soll nun eine Verbindungsleitung für Fernwärme zwischen dem KHKW Hagenholz und dem KHKW Josefstrasse gebaut werden.

Das Projekt beinhaltet auch eine Erweiterung in Richtung Wipkingen/Unterstrass, Aussersihl und Sihlquai. Dafür ist ein Verlängerungsstrang der Hauptleitung geplant.

Die Verbindungsleitung soll zwischen 2019 und 2022 erstellt werden. Der gestaffelte Bau der Energiezentrale und der Rückbau der Anlagen des KHKW Josefstrasse sollen zwischen 2019 und 2024 erfolgen.

Das bestehende KHKW wird mehrheitlich abgebrochen. Einzelne Gebäudeteile können in den Neubau einer Energiezentrale integriert werden. Zur Deckung von Spitzenlasten im Winterhalbjahr sollen maximal sechs Gaskessel installiert werden. Ein Teil des Werkareals kann neu genutzt werden.

Der Stadtrat beantragte dem Gemeinderat für die Erweiterung der Fernwärmeversorgung einen Objektkredit von 235 Millionen Franken, davon 50 Millionen Franken für die Errichtung einer Vorfinanzierung. Für den Rückbau des KHKW Josefstrasse bewilligt der Stadtrat gebundene Ausgaben von 20,8 Millionen Franken.