Kanton Zürich
Städtische Winterhilfe fusioniert mit Kanton

Aus zwei Vereinen wird einer. Die beiden Geschäftsführer der Winterhilfe Stadt Zürich und des Kantons übernehmen die Co-Leitung der neuen Winterhilfe Zürich.

Katrin Oller
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Winterhilfe Zürich

Plötzlich reicht das Geld nicht mehr, um die Zahnarztrechnung zu bezahlen. Menschen, die in finanzielle Notlagen geraten, können sich an die Winterhilfe wenden. Die Organisation hilft mit Geld, aber auch mit Betten, Kleidern und Lebensmitteln. Das nationale Hilfswerk ist föderalistisch organisiert. Im Kanton Zürich war der Verein Winterhilfe Kanton Zürich für alle Bezirke zuständig ausser der Stadt Zürich. Dort existierte ein eigenständiger Verein, die Winterhilfe Stadt Zürich. Am 1. Juli wurde aus den zwei Vereinen einer, die Winterhilfe Zürich.

Doris Gerber, ehemalige Präsidentin der Winterhilfe Stadt Zürich, hatte den Anstoss zur Fusion gegeben: «Als ich 2008 das Präsidium übernommen hatte, dachte ich schon, die Organisation entspricht nicht mehr der heutigen Zeit.» Die Anzahl Hilfsgesuche sei in den letzten Jahren erheblich gestiegen und damit auch der Aufwand für die Prüfung deren Gültigkeit. Dies sowie die Administration überschritten die Arbeitspensen des Geschäftsleiters und der Buchhalterin. «Da lag der Schritt zur Fusion auf der Hand», sagt Gerber. Denn die Mitarbeiter die Winterhilfe Stadt Zürich und des Kantons arbeiten bereits in einer Bürogemeinschaft. Mit einem Team bereitete Gerber die Fusion während eines Jahres vor und prüfte alle Interessen: «Ich musste kaum Überzeugungsarbeit leisten», sagt sie. Die Fusion sei harmonisch verlaufen. Beide Vereine hätten einstimmig zugestimmt.

Damit gehen die Organisationen zurück zum Ursprung. Bei der Gründung der Winterhilfe in den 1930er-Jahren gehörte die Stadt Zürich bereits zur Winterhilfe des Kantons. Getrennte Wege gingen die Organisationen erst in den 1950er- bis 1960er-Jahren.

Spenden vor Ort einsetzen

Das Präsidium der Winterhilfe Zürich übernimmt Nationalrätin Kathy Riklin (CVP), die seit 2004 Präsidentin der Winterhilfe Kanton Zürich ist. Die bald 70-jährige Doris Gerber bleibt als Vorstandsmitglied aktiv. Die Fusion mit der Winterhilfe Stadt Zürich sei ein Zeichen der Zeit, sagt Kathy Riklin. Während die Winterhilfe bis vor wenigen Jahren noch eng mit den Sozialbehörden verknüpft war, hat die Geschäftsstelle des Kantons nun die meisten Aufgaben aller Bezirke übernommen ausser im Zürcher Oberland und im Bezirk Meilen. Diese Regionen prüfen die Hilfsgesuche noch selber.

«Wir legen Wert darauf, dass alle Regionen die empfangenen Spenden auch wieder vor Ort einsetzen», sagt Riklin. So wird der ehemalige Geschäftsführer der Winterhilfe Stadt Zürich, Andreas Schwegler, primär die Gesuche aus der Stadt prüfen. Er übernimmt mit Daniela Rotzetter, bisheriger Geschäftsführerin der Winterhilfe im Kanton, die Co-Leitung der Winterhilfe Zürich.

3906 Menschen geholfen

Im Geschäftsjahr 2013/2014 hat die Winterhilfe im Kanton inklusive der Stadt Zürich 1552 Hilfsgesuche geprüft und 1141 gutgeheissen. Damit konnte sie 3906 Menschen, die Hälfte davon Kinder, unterstützen. Neben der Einzelhilfe fördert die Winterhilfe auch Projekte, die sich für schlechter gestellte Menschen einsetzen, und beschert armen Familien und Einzelpersonen eine Weihnachtsüberraschung in der Höhe von maximal 500 Franken.