Cannabis
Stadt Zürich will Vorreiter für straffreien Cannabiskonsum sein

Die Stadt Zürich will die Vorreiterrolle in einer nationalen Studie zum Konsum und Handel von Cannabis übernehmen. Der Bundesrat Berset hat das Angebot angenommen. Ob das Projekt bewilligt wird, ist noch nicht klar.

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Mann mit einem Joint.

Mann mit einem Joint.

Keystone

Die Debatte über den legalen Cannabiskauf und -konsum wird morgen am Mittwoch in Zürich neu diskutiert. Der Gemeinderat hat das Thema traktandiert: Es geht um den stadträtlichen Bericht zum kontrollierten Cannabisverkauf. Der von zwei Grünen verlangte Pilotversuch mit kontrolliertem Verkauf zu Genusszwecken komme unter dem jetzigen Betäubungsmittelgesetz nicht infrage, hält der Stadtrat in seinem Bericht vom September fest. Trotzdem will er sich in Bern für straffreies Kiffen starkmachen.

Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen (SP) hat das inzwischen getan. Sie hat sich an Gesundheitsminister und Bundesrat Alain Berset gewandt um Zürichs Mitarbeit in einer nationalen Studie zum Konsum und Handel von Cannabis anzuregen. Berset hat das Angebot auch angenommen, sehr zur Freude von Nielsen. Sie persönlich sei für die Legalisierung von Cannabis, sagt sie gegenüber dem «Tagesanzeiger». Die Stadt Zürich setze sich schon länger für die Entkriminialisierung des Cannabiskonsums ein und wolle eine Vorreiterrolle übernehmen, erklärt sie weiter.

Ausnahmebewilligung nötig

Ob die nötige Ausnahmebewilligung für die geplante Cannabisstudie vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erteilt wird, ist noch unklar. Laut BAG ist eine solche Bewilligung nur möglich, wenn kein internationales Abkommen entgegensteht und die Betäubungsmittel der wissenschaftlichen Forschung, der Arzneimittelentwicklung oder der beschränkten medizinischen Anwendung dienen. Nähere Angaben über den Inhalt laufender Gespräche will im BAG zurzeit niemand machen.