Prävention
Stadt Zürich unterstützt Fussball-Fanarbeit mit 100'000 Franken

Die Stadt Zürich zahlt weiterhin Beiträge an den Verein Fanarbeit. Eine Mehrheit des Stadtparlaments glaubt an die präventive Wirkung der Fussball-Fanarbeit und bewilligte das entsprechende Geld. Eine Minderheit hält das Geld für aus dem Fenster geworfen.

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Gewalttätige Vorkommnisse können zwar nicht gänzlich verhindert werden, aber durch Fanarbeit wird dazu beigetragen, dass Gewalt nicht zum Normalfall wird. (Symbolbild)

Gewalttätige Vorkommnisse können zwar nicht gänzlich verhindert werden, aber durch Fanarbeit wird dazu beigetragen, dass Gewalt nicht zum Normalfall wird. (Symbolbild)

Keystone

Der Verein Fanarbeit erhält von der Stadt Zürich für die Jahre 2017 bis 2020 jährlich 100'000 Franken. Ebenfalls 100'000 Franken kommen vom Kanton und je 50'000 Franken von den beiden Fussballclubs GC und FCZ.

Der Verein entwickelt seit 2008 Projekte, um Fussballfans für Gewaltfragen zu sensibilisieren und die Zusammenarbeit unter den Fans zu fördern. Personell ist er jedoch nicht stark besetzt.

 Beispiel aus dem Jahr 2011: Vermummte GC-Fans provozieren. Darauf stürmten FCZ-Fans von der Südkurve durch die neutrale Osttribüne und warfen eine Leuchtpetarde.
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 Schiedsrichter Sascha Kever unterbrach die Partie, da er der Meinung war, die Sicherheit sei nicht mehr gewährleistet.
 Als das Spiel abgebrochen wurde, führte GC mit 2:1.
 Die Stadtpolizei Zürich konnte Zusammenstösse ausserhalb des Stadions dank konsequenter Trennung der Fangruppen verhindern, wie sie am späteren Sonntagabend selber mitteilte.
 Im Verlauf des Abends hätten nämlich rund hundert Risikofans des FCZ im Kreis 5 noch einmal die Konfrontation mit gegnerischen Fangruppen gesucht.
 Die Clubleitungen zeigten sich nach dem Spiel ratlos. "Ich bin sprachlos", sagte GC-Präsident Roland Leutwiler gegenüber der "Tagesschau" im Schweizer Fernsehen.

Beispiel aus dem Jahr 2011: Vermummte GC-Fans provozieren. Darauf stürmten FCZ-Fans von der Südkurve durch die neutrale Osttribüne und warfen eine Leuchtpetarde.

Keystone

"Wichtiges Puzzleteil"

Sozialvorstand Raphael Golta (SP) betonte am Mittwochabend im Parlament, dass man mit Fanarbeit "durchaus etwas bewirken kann". Aber natürlich könne sie nicht alle Probleme lösen. Die Mehrheit des Rates teilte seine Meinung, dass der Verein Fanarbeit ein wichtiges kleines Puzzleteil in der gesamten Gewaltprävention bildet.

Die SVP lehnte die gesamte Weisung ab. Mit etwas Sozialarbeit könne man das Hooligan-Problem nicht lösen. Der Verein Fanarbeit trage nichts zur Gewaltprävention bei. Folglich könne man das Geld gleich aus dem Fenster werfen.

Die FDP stellte einen Rückweisungsantrag, der allerdings keine Chance hatte. Laut FDP ist die Fanarbeit "zu wenig messbar". Zudem sollten die beiden Clubs stärker in die Verantwortung genommen werden.

Kritik an den Clubs schimmerte auch bei anderen Parteien immer wieder auf. Die Clubs könnten sich durchaus etwas mehr engagieren, lautete der Tenor. Deshalb wurde auch ein GLP-Postulat überwiesen.

Das Postulat fordert, dass sich die Fanarbeitenden beider Fussballclubs auf die organisierten Kurvenfans fokussieren und gemeinsame Strategien verfolgen. Insbesondere Projekte, die den ganz jungen Fans in den organisierten Fankurven gelten, sollen gefördert werden.