Sparmassnahmen
Stadt Zürich spart bei Angestellten und streicht ihnen die Reka-Rails

Der Zürcher Stadtrat will jährlich 11 bis 17 Millionen Franken im Personalbereich sparen. Zu Entlassungen soll es nicht kommen. Trotzdem muss sich das Personal von liebgewonnenen Annehmlichkeiten verabschieden wie Reka-Rails. Doch nicht nur das.

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Auf diese Reka-Rails müssen die Stadtzürcher Angestellten künftig verzichten

Auf diese Reka-Rails müssen die Stadtzürcher Angestellten künftig verzichten

Reka.ch

Der Zürcher Stadtrat will jährlich 11 bis 17 Millionen Franken im Personalbereich sparen. So sollen die Angestellten unter anderem künftig mehr an die Pensionskasse zahlen und keine vergünstigten Reka Rails mehr beziehen können. Entlassungen sollen vermieden werden.

Der Zürcher Stadtrat hatte bereits Anfang Dezember kommuniziert, dass er im Personalbereich sparen wird. Am Donnerstag stellte er nun die ausgearbeiteten Massnahmen für die Jahre 2016 bis 2018 vor.

Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) bezeichnete die Sparmassnahmen beim Personal als "moderat". Es werde nicht auf dem Buckel des Personals gespart, betonte Leupi auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die Stadt Zürich wolle mit konkurrenzfähigen Anstellungsbedingungen weiter auf dem Arbeitsmarkt bestehen können, heisst es in der Mitteilung des Stadtrates. Eine wichtige Komponente bilde der Lohn.

Weiter Lunch-Checks

Ursprünglich sollte es für 2016 bis 2018 gemäss Stadtrat keine Lohnentwicklung mehr beim Personal geben. Im November kam er auf diesen Entscheid zurück, will aber nur noch die Hälfte des Betrages von 2015 dafür ausgeben.

Auch werde der Stadtrat für die Jahre 2016 bis 2018 weiter Prämien für gute Leistungen in der Höhe von 4,6 Millionen Franken ins Budget einstellen. Hingegen gibt es ab 2015 keine vergünstigten Bezug von Reka Rails mehr. Damit können 1,7 Millionen Franken eingespart werden. Die Angestellten können aber weiter Lunch-Checks beziehen.

Die Departemente und Dienstabteilungen prüfen, ob frei werdende Stellen wieder besetzt werden müssen und ob die neu bewilligten Stellen unbedingt zu besetzen sind. Entlassungen im Sinne von Sparmassnahmen sollen vermieden werden.

Massnahmen im Vorsorgebereich

Die Massnahmen im Vorsorgebereich muss noch der Gemeinderat bewilligen. Der Stadtrat will per 1. Januar 2016 die Arbeitgeberbeiträge von 62 auf 60 Prozent senken. Damit sollen jährlich 6,4 Millionen eingespart werden können.

Weiter sollen Altersrücktritte zwischen 58 und 65 Jahren nicht mehr gefördert werden. Der Stadtrat will die Kostenbeteiligung beschränken. Diese Massnahme soll ab 2018 zu Einsparungen in der Höhe von 10 Millionen Franken pro Jahr führen.

Der Stiftungsrat der Pensionskasse Stadt Zürich (PKZH) hat ebenfalls Massnahmen beschlossen, die sich auf die städtischen Finanzen auswirken. So sollen die Umwandlungssätze auf 1. Januar 2016 reduziert werden. Der Stiftungsrat erhöht gleichzeitig die Sparbeiträge auf das gleiche Datum, was zu einer zusätzlichen, jährlichen Belastung der Stadtkasse von 9 Millionen Franken führt.

Weiter soll der Risikobeitrag von 3 auf 2,5 Prozent ab 1. Januar 2016 reduziert werden. Diese Massnahme entlastet die Stadtkasse um jährlich 3 Millionen Franken und die Mitarbeitenden um jährlich 2 Millionen Franken.

Der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ) hält die Massnahmen "keinesfalls für moderat", wie er am Donnerstag mitteilte. Während die Lohnentwicklung faktisch gestoppt werde, solle das Personal mit höheren Beiträgen für die Pensionskasse der Stadt Zürich belastet werden.

Neben den im Personalbereich getroffenen Massnahmen sind in den Jahren 2016 bis 2018 Aufwandsreduktionen bei den freiwilligen Beiträgen und im Sachaufwand vorgesehen. Darüber hinaus wird eine Steigerung der Erträge angestrebt. Ziele sind eine "ausgeglichene Rechnung" und ein "gesichertes Eigenkapital über 2017" hinaus.