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Stadt Zürich: Junge Frauen holen an der Urne auf

In der Stadt Zürich liegt die Wahlbeteiligung junger Frauen höher als diejenige gleichaltriger Männer. Am höchsten ist die Wahlbeteiligung aber bei Männern weit über dem Pensionsalter.

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Junge Frauen gehen in der Stadt Zürich öfter an die Urne als ihre männlichen Altersgenossen.

Junge Frauen gehen in der Stadt Zürich öfter an die Urne als ihre männlichen Altersgenossen.

Keystone

Etwas weniger als die Hälfte der Stimmberechtigten hat im vergangenen Oktober an den Nationalratswahlen teilgenommen. Zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen variiert die Wahlbeteiligung jedoch stark, wie eine Analyse von Statistik Stadt Zürich zeigt. Die wahlfreudigsten Stadtzürcher Stimmberechtigten sind Männer im Alter von 80 Jahren. Über 70 Prozent von ihnen haben an den Wahlen teilgenommen. Der tiefste Wert ist ebenfalls bei den Männern zu finden: Nur gerade 28,1 Prozent der 19-Jährigen haben gewählt.

Die gestern veröffentlichte Analyse zur Wahlbeteiligung der Stadtzürcher Stimmberechtigten geht jedoch über eine Momentaufnahme hinaus. Wie es in der Mitteilung heisst, sei bisher unklar gewesen, ob Ältere häufiger wählen, weil sie älter und deshalb erfahrener und politisch interessierter sind oder weil sie einer anderen Generation angehören, die anders sozialisiert und politisiert wurde. Um darauf eine Antwort zu finden, wurden die Wahlbeteiligungen der letzten drei eidgenössischen Wahlen den entsprechenden Jahrgängen der Stimmberechtigten zugeordnet.

Das Ergebnis ist deutlich ausgefallen: Die Wahlbeteiligung hänge in erster Linie vom Alter ab und weniger davon, welcher Generation die Wahlberechtigten angehören. So ging etwa die heutige Altersgruppe der 26- bis 38-Jährigen 2007 zu 37,1 Prozent wählen. 2015 waren es 48,1 Prozent.

In den meisten Alterskategorien ist die Wahlbeteiligung der Männer höher als die der Frauen – mit einer Ausnahme: Frauen im Alter von 18 bis 28 Jahren haben eine höhere Wahlbeteiligung als gleichaltrige Männer. «Diese Verschiebung war während der vergangenen drei eidgenössischen Wahlen zu beobachten», sagt Christian Gschwendt von Statistik Stadt Zürich. Ob daraus ein Trend werde, der sich fortsetze, sei jedoch noch nicht sicher.