Kriminalität
Stadt Zürich geht mit Software gegen professionelle Einbrecher vor

Die Stadtpolizei Zürich setzt seit Ende 2013 eine Software für die Einbruchsbekämpfung ein, die Prognosen für Folgeeinbrüche macht. 2016 lag die Zahl der Einbruchdiebstähle in Zürich auf einem Tiefststand. Dass die Software wirkt, lasse sich aber trotzdem schlecht belegen, hiess es am 15. Urbanen Sicherheitskongress vom Freitag.

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Eine Software soll professionellen Einbrechern das Handwerk legen. (Symbolbild)

Eine Software soll professionellen Einbrechern das Handwerk legen. (Symbolbild)

Keystone

Zwar sind in der ganzen Schweiz die Zahlen der Einbruchdiebstähle seit 2012 rückläufig, so auch in der Stadt Zürich. Deshalb könne man aber nicht Entwarnung geben, sagte Dominik Balogh, Chef Analyse und Entwicklung bei der Stadtpolizei Zürich, am Freitag beim Kongress der Konferenz der Städtischen Sicherheitsdirektorinnen und -direktoren in Zürich.

Städte seien grundsätzlich höher belastet als ländliche Gebiete: Je mehr Ziele es gebe, desto wahrscheinlicher sind die Einbrüche. Oft folgen auf einen Einbruch zudem ein oder mehrere weitere Einbrüche in der näheren Umgebung.

So ist in Zürich nach einem Einbruch im Umkreis von 400 Metern und während rund sieben Tagen das Risiko für einen weiteren Einbruch erhöht, wie Balogh weiter sagte. Rund 60 Prozent der Einbrüche in der Stadt Zürich sind sogenannte Folgeeinbrüche. Zürich sei offenbar ein gutes Pflaster für professionelle Wohnungseinbrecher.

Um die Zahl der Einbruchdiebstähle zu reduzieren, hat die Stadtpolizei eine Software zur Einbruchsbekämpfung angeschafft. Die deutsche Prognosesoftware PRECOBS wird seit November 2013 - zuerst im Versuch und seit November 2014 definitiv - eingesetzt.

Karte mit Prognosegebieten

Leider brauche es einen ersten Einbruch, sagte Balogh weiter. Dieser wird von der Software analysiert. Berücksichtigt werden vom System etwa auch Ausschlusskriterien wie beispielsweise ein Einbruch mit einem Stein, der auf nicht-professionelle Täter hindeutet.

Die Software generiert anschliessend Karten mit Prognosegebieten, in welchen aktuell ein erhöhtes Einbruchrisiko besteht. In diesen Gebieten wird dann etwa verstärkt patrouilliert. Es gehe um einen effizienten Einsatz am richtigen Ort und zur richtigen Zeit.

Ob die Software nützt, lasse sich aber schwer belegen, sagte Balogh weiter. Schliesslich könne man - aus ethischen Gründen - nicht ein Gebiet nicht berücksichtigen. PRECOBS wirke sich scheinbar aber positiv aus, wie auch die Zahlen der Kriminalstatistik zeigten.

So lag die Zahl der Einbruchdiebstähle im Jahr 2016 in der Stadt Zürich mit 2470 Meldungen auf dem tiefsten Stand seit der Harmonisierung der polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 2009. 2012 waren es 6031.