Das öffentliche Interesse an der baulichen Verdichtung und die Schaffung von zusätzlichen gemeinnützigen Wohnungen könnten das öffentliche Interesse am Erhalt eines hochrangigen Baudenkmals nicht aufwiegen, hatte das Verwaltungsgericht in seinem Urteil begründet.

Die Stadt will diesen Entscheid nun vom Bundesgericht beurteilen lassen. Der Stadtrat sei überzeugt, dass die Güterabwägung im Rahmen der Gemeindeautonomie verantwortungsvoll und korrekt erfolgt sei, schreibt er in einer Mitteilung vom Montag.

2016 hatte er aufgrund "übergeordneter Interessen" entschieden, auf eine Unterschutzstellung der beiden ältesten Etappen der FGZ zu verzichten. Gegen diesen Entscheid reichte der Zürcher Heimatschutz Rekurs ein, den das Baurekursgericht jedoch ablehnte. Auch dagegen wehrte sich der Heimatschutz und bekam vom Verwaltungsgericht Recht.

Langwieriges Rechtsverfahren

Mit seinem Entscheid habe der Stadtrat damals Rechtssicherheit für die langfristige Planung der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft FGZ schaffen wollen, schreibt diese in einer Mitteilung. Durch die Rekurse des Heimatschutzes habe stattdessen ein langwieriges Rechtsverfahren begonnen.

Die Genossenschaft begrüsst den Entscheid des Stadtrats, ans Bundesgericht zu gelangen. Sie werde als Hauptbetroffene ebenfalls Beschwerde beim Bundesgericht erheben, schreibt die FGZ.

Die Familienheimgenossenschaft warnt davor, dass die Verlierer einer Unterschutzstellung der beiden Siedlungen jene Menschen seien, "die in der Stadt Zürich auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum sind". Eine denkmalgerechte Sanierung der Siedlungen mit 144 Häusern und Wohnungen, die auf einer Fläche von sieben Fussballfeldern stehen, sei sehr teuer und führe zu hohen Mieten.

Die Entwicklung der Familienheimgenossenschaft wird in einem Masterplan geregelt, in dem auch der umstrittene Entscheid zu den ersten beiden Siedlungsetappen enthalten ist. Dieser ermögliche es der Genossenschaft, mehr preisgünstigen Wohnraum auf Basis der Kostenmiete zu erstellen, schreibt die Stadt.

Mit diesen Zielvorgaben sollen bis 2050 etwa 500 bis 700 zusätzliche Wohnungen entstehen, so dass im Quartier neuer Wohnraum für 1400 bis 1900 Menschen geschaffen wird. Grundlage für den Entscheid ist unter anderem der wohnpolitische Grundsatzartikel in der Gemeindeordnung.