Auf die Suche nach Ansätzen macht sich eine departementsübergreifende Arbeitsgruppe. Sie hat nach den Sommerferien ihre Arbeit aufgenommen, wie Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) am Mittwoch an einem Mediengespräch ausführte. Die Arbeitsgruppe wird sich vor allem verwaltungsintern mit dem Thema «Nachtleben» auseinander setzen und die Zusammenarbeit verschiedener Dienstabteilungen fördern.

Laut Wolff ist es zunächst einmal wichtig, eine gemeinsame Grundhaltung innerhalb der Verwaltung bezüglich des Umgangs mit dem Thema «Nachtleben in Zürich» zu finden. Denn dieses hat sich - seit Zürich «zum Ausgangszentrum der Schweiz» geworden ist - stark verändert.

Seit 1998 das liberalisierte Gastwirtschaftsgesetz in Kraft trat, hat sich die Anzahl Restaurants, die um Mitternacht nicht schliessen, mehr als versiebenfacht, und über 100 Clubs bieten Platz für 90'000 Gäste - pro Nacht.

Nachtleben

Zürich Nachtleben - Interview mit Richard Wolff (AL)

Gegenseitiger Respekt

Das intensive Nachtleben bringt Zürich «viel Positives», wie Wolff ausführte. Es gebe allerdings auch negative Begleiterscheinungen wie Lärm, Littering, Vandalismus und teilweise auch eine Zunahme von Gewalt.

Die Stadt nehme grundsätzlich eine liberale Haltung ein und fordere von allen Beteiligten einen respektvollen und toleranten Umgang miteinander, sagte Wolff weiter. Ein Zurück in eine Verbotsmentalität schliesst er aus. Es gelte, bei neuen gesellschaftlichen Entwicklungen eine neue Balance zwischen den Bedürfnissen der Wohnbevölkerung und des Partyvolks zu finden.

Weniger Lärm

Gemäss Wolff stellt insbesondere der Lärm für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Denn Lärmklagen beschäftigen die Polizei weitaus am meisten. Von insgesamt 3836 so genannten «Nachtstadt-Ereignissen» im Jahr 2013 waren 2164 Lärmklagen.

Die Stadt Zürich engagiere sich, damit die Immissionen auf ein quartierverträgliches Mass eingeschränkt werden. Sie vermittelt beispielsweise zwischen Anwohnern, Club-Betreibern und Partyvolk.