Gemäss groben Schätzungen wird mit Gesamtkosten für Depot und Wohnüberbauung von 147,9 Millionen Franken gerechnet. In dieser Summe ist noch kein Reserve-Zuschlag enthalten, die Kostengenauigkeit beträgt plus/minus 25 Prozent. Auf das Depot entfallen 58,9 Millionen Franken, auf die Wohnungen 89 Millionen Franken.

Es kann damit gerechnet werden, dass der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) den Verkehrsbetrieben der Stadt Zürich (VBZ) die Kosten für die Depot-Sanierung vergütet; der Verkehrsrat des ZVV wird darüber aber erst entscheiden, wenn Parlament und Stimmberechtigte Ja gesagt haben zum definitiven Bauprojekt.

Handbremse einbauen und auch ziehen

Das könnte noch etwas dauern. Denn ganz wohl war es der Ratsmehrheit nicht beim Ja zur Wohnsiedlung. Ihr war bewusst, dass das komplexe Vorhaben mit Risiken behaftet ist. Die Wohnungen sollen nämlich über dem Depot auf einer Platte liegen. Dies stellt unter anderem grosse Anforderungen an Statik und feuerpolizeiliche Bestimmungen.

Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, hat der Rat nun einen Marschhalt eingebaut. Wenn 5,5 von den 13,2 Millionen Franken ausgegeben sind, soll der Stadtrat sagen, ob das Projekt und die Kosten auf Kurs sind. Ist dies nicht der Fall, müsse man auch den Mut zum Abbruch der Übung haben, hiess es.

SVP, FDP und AL wollten ganz auf den Wohnungsbau an diesem "schwierigen Ort" verzichten. Die FDP befürchtet in den engen Platzverhältnissen "eine Chrüpfete". Zudem werde das Tramdepot in seiner Entwicklung behindert. Die AL sprach von einer Trotzreaktion. Weil man schon seit Jahrzehnten plane, wolle man nun auch etwas machen - wider besseres Wissen. Es gebe sinnvollere Orte für kommunalen Wohnungsbau.

Depot muss in jedem Fall saniert werden

Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) versprach, die Handbremse gegebenenfalls auch zu ziehen. Eventuell gar bevor man die gut fünf Millionen Franken ausgegeben habe. Vermutlich wisse man ja schon nach dem Architekturwettbewerb mehr, sagte Leupi. Die Stadt sei sich der Risiken, aber auch der Chancen bewusst. Unbestritten sei jedoch, dass das VBZ-Depot saniert werden müsse.

Das Tramdepot Hard ist das drittgrösste Tramdepot der VBZ und wegen der zentralen Lage besonders wichtig. Einen Teil des Depots, der aus dem Jahr 1911 stammt, hat der Stadtrat 2006 unter Schutz gestellt. Der nicht unter Schutz stehende Teil soll ersetzt und der historische Teil in den Neubau einbezogen werden.

Bereits 1989 beantragte der Stadtrat dem Gemeinderat einen Projektierungskredit für einen Depot-Neubau. Das Vorhaben wurde aber aus finanziellen Gründen nicht realisiert.

Später wurde der schützenswerte östliche Teil der Depothallen instandgesetzt, und bei der Projektierung eines Neubaus für den westlichen Teil entstand die Idee einer städtischen Wohnsiedlung. 2009 begrub der Stadtrat aber die Pläne für ein Hochhaus über dem Depot („Kleeblatt"-Hochhaus). Nun nimmt er einen neuen Anlauf.