Der Libanon hat etwa sechs Millionen Einwohner, beherbergt derzeit aber rund eine Million Flüchtlinge aus dem Nachbarland Syrien. Kein anderes Land der Welt hat pro Kopf der Bevölkerung so viele Flüchtlinge aufgenommen.

Viele Gemeinwesen im Libanon sind mit den vielen Flüchtlingen aus Syrien überfordert, wie es in einer Mitteilung der Stadt Zürich vom Montag heisst. Infrastruktur und Service Public befänden sich in einer oftmals prekären Lage. Das belaste das Zusammenleben der Einheimischen und der Flüchtlinge.

Projekt «Erst-Flucht-Stadt»

Mit dem Projekt unterstützt die Stadt Zürich lokale Behörden vor Ort, um die Situation für die Flüchtlinge und explizit auch für die lokale Bevölkerung zu verbessern. In einer ersten Phase werden drei Projekte unterstützt, die von libanesischen Gemeinden entwickelt wurden.

In Homin el Fawkaa wird eine Schule renoviert, damit mehr syrische Flüchtlingskinder aufgenommen werden können. In Kaakyet El Jeser wird ein Gesundheitszentrum instandgesetzt und neu ausgestattet. Und ein neuer Brunnen in Qsaibet verbessert die Versorgung der stark gewachsenen Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser.

Die drei Direkthilfe-Projekte starteten im Dezember 2016 und werden im April 2017 abgeschlossen. Die Stadt Zürich setzt für die drei Projekte je rund 35'000 Franken ein und arbeitet mit dem Hilfswerk Solidar Suisse zusammen, das seit 2012 im Libanon tätig ist.

Momentan prüft die Stadt zudem, wie im Rahmen einer weitergehenden Projektpartnerschaft eine libanesische Stadt bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützt werden kann. Die Auswahl einer geeigneten Gemeinde für die Projektpartnerschaft erfolgt bis im Sommer, gestützt auf die Erfahrungen aus den Direkthilfe-Projekten.

Die Unterstützung ist für ein bis drei Jahre vorgesehen. Für die Projektpartnerschaft hat der Stadtrat insgesamt 350'000 Franken bewilligt.

Kantonale Vorgaben erfüllt

Die Stadt Zürich bietet aktuell 2772 Personen aus dem Asylbereich Unterkunft. Damit erfülle sie das vom Kanton vorgegebene Aufnahmekontingent, schreibt die Stadt weiter.

Bis Ende 2016 konnten 61 Flüchtlinge bei Privaten untergebracht werden, insgesamt sind 130 private Unterbringungs-Angebote eingegangen, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Quote von positiven Entscheiden bei Asylgesuchen bleibe hoch. Somit sei eine frühe Integrationsförderung wichtig. Hier spielten für Erwachsene Arbeit und Deutschkurse eine grosse Rolle, für Kinder und Jugendliche die Schule.