Coronavirus

Stadt Zürich erweitert Maskenpflicht

Die Stadt Zürich verschärft die Maskenpflicht: Neu sind auch Volksschulen, Verwaltung und Museen betroffen. (Symbolbild)

Die Stadt Zürich verschärft die Maskenpflicht: Neu sind auch Volksschulen, Verwaltung und Museen betroffen. (Symbolbild)

In Zürich dürfen Lehrerinnen, Mitarbeiter sowie erwachsene Besucher die Schulen nur noch mit Maske betreten.

Steigende Infektionszahlen, mehrere Schulklassen in Quarantäne – die Entwicklung der Coronapandemie bereitet den Behörden im Kanton Zürich Sorgen. Nun verschärft die Stadt Zürich die Massnahmen an den Primar- und Sekundarschulen. Ab sofort dürfen Erwachsene auf dem gesamten städtischen Gebiet Schulgebäude nur noch mit Masken betreten. Das gilt nicht nur für Besucher und Mitarbeiter wie Hauswarte, sondern auch für Lehrerinnen und Lehrer.


Keine Masken tragen müssen die Lehrerinnen und Lehrer während des Unterrichts – es sei denn, sie können den Mindestabstand von 1,5 Metern länger als 15 Minuten nicht einhalten. In der Stadt Zürich hätten bereits zuvor einige Schulen die Maskenpflicht für Erwachsene praktiziert, sagt Filippo Leutenegger (FDP), Vorsteher des Schul- und Sportdepartements, auf Anfrage. Nun werde sie einheitlich für alle Schulhäuser der Stadt angewendet.


«Die steigenden Fallzahlen erfordern strengere Massnahmen», sagt der Stadtrat. Seit Schulbeginn hätten sich wegen Verdachtsfällen bereits 140 Kinder in Quarantäne begeben müssen. Kantonsweit sind es rund 250 Schüler. Diese Entwicklung will die Stadt nun stoppen. «Wir müssen verhindern, dass ganze Klassen und Schulhäuser in Quarantäne müssen», sagt Leutenegger. Zürich dürfe nicht zu einem internationalen Hotspot werden. «Die grösste Hebelwirkung, um etwas zu tun, haben wir in den Schulen.»


Unzählige Schutzkonzepte an den Schulen


Die Stadt Zürich hat die Einführung der Maskenpflicht mit der Bildungsdirektion abgesprochen. Gemäss Leutenegger liegt der Entscheid zudem in der Kompetenz der Stadt, da es sich bei den Schulen um städtische Liegenschaften handelt. Im Kanton Zürich hat jede Schulgemeinde, teils sogar jede Schule innerhalb derselben Gemeinde, ein eigenes Schutzkonzept. Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) will dies so. Es hat ihr aber auch Kritik eingebracht. Sie verteidigt den Entscheid damit, dass es für die Schulen individuelle Lösungen brauche, weil die räumlichen Verhältnisse sehr unterschiedlich seien. Andere Regeln als an der Volksschule gelten an Gymnasien und Berufsschulen. Dort müssen die Jugendlichen etwa in den Gängen – nicht aber während der Lektionen – eine Maske tragen.
Dass eine Zürcher Gemeinde in der Volksschule nun flächendeckend die Maskenpflicht für Erwachsene einführt, dürfte ein Novum sein. Bei 162 politischen Gemeinden und 85 Schulgemeinden ist die Lage jedoch unübersichtlich. Selbst das Volksschulamt kann nicht mit Gewissheit sagen, ob diese Regel irgendwo schon flächendeckend gilt. Das liegt daran, dass die Schulen ihre Schutzkonzepte nicht vom Volksschulamt bewilligen lassen müssen.


Generell empfiehlt das Volksschulamt dort eine Maskentragpflicht, wo die Abstandsregeln zwischen erwachsenen Personen nicht eingehalten werden können oder aber wenn besonders gefährdete Lehrpersonen miteinander Kontakt haben. Es stehe den Schulen aber frei, eine weitergehende Regelung wie eine allgemeine Maskentragpflicht für Erwachsene zu bestimmen, teilt Myriam Ziegler, Chefin des Volksschulamts, auf Anfrage mit. Nicht vorgesehen sei jedoch eine generelle Maskentragpflicht für Schülerinnen und Schüler.


Denkbar ist, dass weitere Städte und Gemeinden dem Zürcher Beispiel folgen und Erwachsene künftig auch andernorts nur noch mit Maske in die Schulgebäude lassen. Leutenegger glaubt, dass die Stadt Zürich – nur schon ihrer Grösse wegen – mit der Massnahme ein Zeichen setzt. «Sie hat sicher eine Signalwirkung.»

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