Städtebau

Stadt Winterthur will Gärten vor übermässiger Verdichtung schützen

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Die Stadt Winterthur trägt seit rund hundert Jahren das Prädikat «Gartenstadt». Doch in einigen Quartieren sind die Gärten von der zunehmenden Verdichtung bedroht. Nun will der Stadtrat Gegensteuer geben.

 Bauherren sollen künftig mehr Augenmerk auf die Umgebungsgestaltung legen.

Bisher begnügte sich die Stadt Winterthur mit dem Prädikat «befriedigend», wenn es bei Bauprojekten um die Umgebungsgestaltung ging. Neu sollen Bauten aber eine «gute Gesamtwirkung» haben, wie Bauvorsteherin Pearl Pedergnana (SP) auf Anfrage sagte.

Angewendet werden soll diese Verschärfung vor allem in jenen Quartieren, die nicht bereits strengen Schutzmassnahmen unterliegen, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Gemeint sind damit Quartiere mit vielen älteren Liegenschaften, die in absehbarer Zeit saniert oder durch Neubauten ersetzt werden sollen.

Im Zweifelsfall soll Stadtbildkommission entscheiden

Was eine «gute Gesamtwirkung» ist, soll die Stadt entscheiden. Bei heiklen Projekten, etwa wenn das Vorhaben besonders gross, exponiert oder in der Nähe eines Schutzobjektes zu stehen kommt, soll die Stadtbildkommission zugezogen werden.

Auch zum Baumbestand machte sich der Stadtrat Gedanken: Mittelfristig will er prüfen, ob genügend für den Baumschutz unternommen wird. Darüber hinaus sollen dereinst eventuell auch Wohnsiedlungen aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg als schutzwürdig eingestuft werden.

«Nicht verträgliche Verdichtung»

Ob diese Massnahmen umgesetzt werden, muss der Grosse Gemeinderat entscheiden. Es waren die Fraktionen von SP, EVP, Grünen/AL und GLP/Piraten sowie 26 Mitunterzeichnende der bürgerlichen Ratsseite, die das Thema in Form einer Motion aufs Tapet brachten.

Die Motionäre forderten, dass die Stadt bestimmte Gebiete, Bauten, Vorgärten und Baumgruppen "vor einer nicht verträglichen Verdichtung" schützt. Der Stadtrat begrüsste das Anliegen und legte nun eine mögliche Lösung vor.

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