Vorsorge
Stadt Winterthur soll 144 Millionen in Pensionskasse einschiessen

Die Winterthurer Pensionskasse (PKSW) ist immer noch in Schieflage. Der Stadtrat schlägt deshalb eine Einmaleinlage in Höhe von 144 Millionen Franken vor. Die Arbeitnehmenden sollen weiter Sanierungsbeiträge leisten. Über die Vorlage befindet noch der Grosse Gemeinderat. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten.

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Stadtpräsident Michael Künzle (CVP): "Der Kompromiss ist ein sinnvoller und wirkungsvoller Vorschlag für eine nachhaltige Sanierung der Pensionskasse."

Stadtpräsident Michael Künzle (CVP): "Der Kompromiss ist ein sinnvoller und wirkungsvoller Vorschlag für eine nachhaltige Sanierung der Pensionskasse."

Keystone

Bei der Winterthurer Pensionskasse klafft ein Loch von 210 Millionen Franken. Per Ende Dezember 2016 lag der Deckungsgrad bei nur 94,5 Prozent. Ginge es nach dem PKSW-Stiftungsrat, würde die Stadt die ganzen 210 Millionen Franken einschiessen.

Dies würde aber die Stadtkasse zu sehr belasten. Daher haben sich Stadt und PKSW auf einen Kompromiss geeinigt. Dieser sei ein "sinnvoller und wirkungsvoller Vorschlag" für eine nachhaltige Sanierung, sagte Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) am Dienstag vor den Medien.

Stadtrat kann vorzeitig aussteigen

Die Stadt soll die Aufwertung des Rentner-Vorsorgekapitals in Höhe von 144 Millionen Franken übernehmen und zwar in Form einer Annuitätenschuld für die Dauer von zehn Jahren. Der Zinssatz liegt bei 2,25 Prozent. Der Stadtrat soll, in Absprache mit dem Stiftungsrat der PKSW, aber vorzeitig aussteigen können.

Die 144 Millionen Franken dienen der Nachfinanzierung der laufenden Renten. Diese wurden in dieser Höhe nicht vom Stiftungsrat sondern noch von der Stadt versprochen, vor der Verselbständigung der Pensionskasse. Die Stadt stehe zur ihrer Verantwortung aus der Vergangenheit, betonte Künzle.

Die restlichen rund 66 Millionen Franken des Sanierungsbedarfs müssen Arbeitgeberin und Arbeitnehmende erbringen. Der bisherige Beitrag bleibt daher voraussichtlich bis ins Jahr 2024.

"Wir muten dem Personal viel zu"

Zur Pensionskassen-Sanierung hat der PKSW-Stiftungsrat bereits ein neues Vorsorgemodell beschlossen, das auf den 1. Januar 2020 in Kraft tritt. Dabei wird der technische Zinssatz von 2,75 auf 2,25 Prozent gesenkt.

Der Umwandlungssatz, der momentan 6,8 Prozent beträgt und ab 2019 noch 6,0 Prozent, sinkt bis 2024 schrittweise auf 5,0 Prozent. Die Ehegatten-/Partnerrente wird von 66 auf 60 Prozent gesenkt.

Um das Leistungsniveau möglichst zu erhalten, werden dafür die Sparbeiträge erhöht werden. Für Versicherte der Jahrgänge 1955 bis 1968 sowie für tiefere Einkommen sind Massnahmen zur teilweisen Kompensation vorgesehen.

Renten künftig niedriger

Trotzdem werden die Altersrenten in Zukunft niedriger ausfallen. Je nach Einkommen und Jahrgang sind es 5 bis 13 Prozent weniger im Vergleich zu heute. "Wir muten dem Personal viel zu", sagte PKSW-Präsident Jorge Serra. Die laufenden Renten und jene, die bis Ende 2019 dazukommen, sind von den Kürzungen nicht betroffen.

Als nächstes wird das Stadtparlament über den Sanierungsvorschlag debattieren. Dann kommt der städtische Sanierungsbeitrag von 144 Millionen Franken noch vors Volk.