In der Anlage wird seit August der gesamte entwässerte Klärschlamm aus dem Kanton Zürich zentral verbrannt und Energie daraus gewonnen. "Urban Mining", also die Rückgewinnung von Ressourcen aus Abfall, sei ein Gebot der Stunde, sagte der kantonale Baudirektor Markus Kägi (SVP) gemäss Medienmitteilung bei der Einweihung.

"Wir leben in einem rohstoffreichen Land. Und diese Rohstoffe gilt es, umsichtig zu nutzen", sagte Kägi. Aus der Asche des Klärschlamms soll künftig auch Phosphor zurückgewonnen werden. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) und Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) arbeiten an der Entwicklung eines geeigneten Verfahrens.

5 Millionen Kubikmeter Biogas

Der gesamte Wärmebedarf auf dem Areal im Werdhölzli wird neu durch die Klärschlammverwertungsanlage gedeckt, wie es in der Mitteilung des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements der Stadt Zürich weiter heisst. Das dafür früher verwendete Klärgas aus dem Klärschlamm stehe neu für die Aufbereitung zu Biogas zur Verfügung.

Zusammen mit dem Vergärwerk der Biogas Zürich AG werden rund fünf Millionen Kubikmeter Biogas aufbereitet und ins Erdgasnetz der Stadt Zürich eingespeist. Dies entspricht dem jährlichen Wärmebedarf von 5000 Haushalten und senkt den CO2-Ausstoss um 14'000 Tonnen.

Die Zentralisierung bringe neben den ökologischen auch wirtschaftliche Vorteile, sagte Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger (FDP). Mit der neuen Anlage würden die Entsorgungskosten für Klärschlamm trotz teils längeren Transportwegen von rund 200 auf etwa 100 Franken pro Tonne sinken.

Die Stadtzürcher Stimmberechtigten hatten im März 2013 mit einer Ja-Mehrheit von knapp 94 Prozent einen Kredit von 68 Millionen Franken für den Bau der Klärschlammverwertungsanlage gutgeheissen.