Fussballstadion Hardturm

Stadion Zürich: Noch harzt es ein bisschen

Visualisierung eines modularen Stadions gemäss den Vorstellungen der Thurgauer Firma Nüssli. zvg

Visualisierung eines modularen Stadions gemäss den Vorstellungen der Thurgauer Firma Nüssli. zvg

Am 6. April hat der Zürcher Gemeinderat dem Stadtrat grünes Licht gegeben, den Architekturwettbewerb für eine neue Fussballarena am Standort des alten Hardturmstadions auszuschreiben. Nun gibts Diskussionen um die Fankurven und die Platzzahl.

Am 6. April hat der Zürcher Gemeinderat dem Stadtrat grünes Licht gegeben, den Architekturwettbewerb für eine neue Fussballarena am Standort des alten Hardturmstadions auszuschreiben. Er verband dies mit dem Wunsch, das solle sofort geschehen, und hob damit einen früheren Beschluss auf, der besagte, man solle damit aus Spargründen bis zum Jahr 2012 warten.

Schon am Tag darauf lud die Stadt auf den 20. April für die Orientierung über das weitere Vorgehen zu einer Medienkonferenz ein. Doch sie wurde verschoben. Was steckt dahinter, dass es harzt?

Diskussion um die Südkurve

Nach den Worten von Urs Spinner, dem Sprecher des Hochbaudepartements, besteht bei der Stadt durchaus der Wille, so rasch wie möglich die Pläne zu konkretisieren und umzusetzen. Doch besteht offenbar nochmals Diskussionsbedarf. Die Stadt war bis anhin der klaren Meinung, der Gästesektor müsse in die Südkurve zu liegen kommen, weil er am nächsten beim Bahnhof Altstetten liegt. An- und Abmarsch der Supporter der Gästeklubs könnten so auf einfachstem Weg erfolgen.

Die FCZ-Fans finden aber, die Südkurve müsse ihnen zur Verfügung stehen. Laut Spinner liegt es der Stadt daran, die einheimischen Fanklubs davon zu überzeugen, dass sie auch in der gegenüberliegenden Kurve ihre Mannschaft unterstützen können. Als Zugeständnis ist die Stadt bereit, den Anhängern von GC und FCZ unterschiedliche Sektoren zuzuteilen. Offenbar ist es für manche Fans undenkbar, auf dem gleichen Boden zu stehen wie ein paar Tage zuvor die Anhänger des Stadtrivalen.

Doch kein «Stadiönchen»?

Ausserdem möchten die beiden Fussballklubs nochmals darüber diskutieren, ob die vorgesehenen 16000 Sitzplätze – 18000 Plätze sind es, wenn man Stehplätze in der Fankurve zulässt – ausreichen oder ob es eventuell eine Möglichkeit gäbe, die Platzzahl auf 20000 zu erhöhen. Mit 16000 Plätzen gäbe es nur ein «Stadiönchen», war gespottet worden.

Aus den Ausführungen Spinners ist herauszuhören, dass die Begeisterung seitens der Stadt, die Frage der Platzzahl zu diskutieren, nicht eben gross ist. Für die Stadt soll auf der Grundlage geplant werden, welche der Gemeinderat mit der Bewilligung des Kredits von 7,5 Millionen Franken für die Planungs- und Projektarbeiten abgesegnet hat. Und das heisst: für ein 16000- bis 18000-plätziges Stadion, das nicht höher als 25 Meter wird und nicht mehr als 135 Millionen Franken kostet.

Nachher Vollgas

CVP-Gemeinderat Mario Mariani, der mit seinem Antrag die «Subito-Lösung» für den Architekturwettbewerb herbeigeführt hat, findet es nicht so schlimm, wenn es nun etwas länger dauert, bis der Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden kann. «Hauptsache, man gibt nachher Vollgas», erklärte er. «Man kann dann immer noch ein halbes Jahr früher fertig sein, als wenn wir alles bis Januar 2012 auf Eis gelegt hätten.»

Stahlkonstruktion statt Beton als Variante

Fritz Peter (Uitikon), 1988 bis 1991 Präsident des Grasshopper Clubs, sieht nun auch die Chance, dass die im Thurgau angesiedelte Firma Nüssli, die international vor allem im Bereich des temporären Messe-, Ausstellungs- und Stadionbaus tätig ist, ins Spiel kommt. Fritz Peter hat dem Stadtrat die Idee unterbreitet, ein modular aufgebautes Stadion aus Stahl statt Beton zu erstellen, das sich deutlich günstiger und vor allem auch rascher erstellen liesse. 50 Millionen Franken würden genügen, rechnete er vor, die Bauzeit sei mit sechs bis acht Monaten extrem kurz. Das Nüssli-Stadion würde natürlich nicht als Provisorium gebaut, sondern als Definitivum.

Nach Auskunft von Urs Spinner ist es der Firma Nüssli unbenommen, sich an der Präqualifikation zum Wettbewerb zu beteiligen, doch ist er der Meinung, es dürfte eher schwierig bis unmöglich sein, alle Rahmenbedingungen, insbesondere die gesetzlichen Vorschriften, zu erfüllen. Wird ein Projekt eingereicht, wird das natürlich sorgfältig geprüft.

Eine andere Idee, nämlich ein grosses Duplex-Stadion für Fussball und Eishockey zu bauen, hat kaum mehr eine Realisierungschance, wie François Bollay, der Präsident der IG Pro Duplex-Arena, einräumt. Architekt Walter Wäschle hat entsprechende Ideen skizziert. «Leider ist die Stadt nicht darauf eingetreten», meinte Bolay bedauernd. Dem Eishockeyklub ZSC Lions ist in Aussicht gestellt worden, dass er in Altstetten auf einen Schrebergartenareal ein neues Eishockeystadion erhalten soll, da er mit dem Hallenstadion längst nicht mehr zufrieden ist, das er mit zahlreichen anderen Benutzern teilen muss.

Ziel ist Fertigstellung bis 2017

Auch wenn man jetzt noch nicht den Startschuss für die Präqualifikation der Architektenteams geben kann, im August 2017 soll gemäss Spinners Auskunft im Hardturm wieder Fussball gespielt werden, immer für den Fall, dass keine Rekurse das Projekt verzögern und dass das Volk die nötigen Kredite bewilligt.

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