BVK-Anlagechef

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen BVK-Anlagechef Gloor ein

Daniel Gloor im Juli 2012 vor dem Zürcher Bezirksgericht (Archiv)

Daniel Gloor im Juli 2012 vor dem Zürcher Bezirksgericht (Archiv)

Der verurteilte, ehemalige BVK-Anlagechef Daniel Gloor entgeht einem weiteren Strafverfahren. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat ein zweites Verfahren gegen ihn eingestellt.

Der verurteilte, ehemalige BVK-Anlagechef Daniel Gloor entgeht einem weiteren Strafverfahren. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat ein zweites Verfahren gegen ihn eingestellt. Weiter ermittelt wird wegen falsch verrechneter Kurse aber gegen fünf andere Verdächtige.

Bei diesem Verfahren geht es um falsche Abrechnungen von Aktientransaktionen bei der Credit Suisse. Eine Sprecherin der Zürcher Staatsanwaltschaft bestätigte eine entsprechende Meldung im «Tages-Anzeiger» vom Dienstag.

Händler der Grossbank hatten der Pensionskasse BVK und der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ) während Jahren absichtlich falsche Kurse verrechnet. Damit brachten sie die beiden Institutionen um Millionen.

Credit Suisse zahlte 18,9 Millionen Franken zurück

Zur Wiedergutmachung zahlte die CS im September 2012 eine Summe von 18,9 Millionen Franken zurück. Zu 90 Prozent ging der Betrag an die Pensionskasse, der Rest kam der GVZ zugute.

Der korrupte Ex-BVK-Anlagechef Gloor machte gegenüber der Staatsanwaltschaft geltend, dass er erst im Nachhinein von dieser Sache erfahren habe. Die Staatsanwaltschaft wird deshalb nicht weiter gegen ihn ermitteln.

Gloor wurde im November 2012 wegen seines Günstlings-Netzwerkes, von dem er jahrelang profitiert hatte, zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt. Er legte gegen seine Verurteilung aber - wie alle anderen Verurteilten in der BVK-Affäre auch - Rekurs ein.

Beschwerde am Bundesgericht hängig

Treibende Kraft hinter dem Kursverrechnungs-Betrug soll ein ehemaliger Kadermitarbeiter der CS gewesen sein, ein alter Freund von Gloor. Der ehemalige CS-Mann stand im Rahmen des BVK-Prozesses ebenfalls vor Gericht und wurde wegen Bestechung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

Gegen ihn wird das Verfahren nicht eingestellt. Verantworten müssen sich voraussichtlich auch vier andere Finanzfachleute, die in den Kursverrechnungs-Betrug verwickelt gewesen seien sollen. Wann es zu einer Anklage kommt, ist noch unklar.

Einer der fünf Verdächtigten erhob beim Bundesgericht Beschwerde gegen die Untersuchung. Weil diese Beschwerde noch hängig ist, verzögert sich das gesamte Verfahren.

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