Die SP-Nationalrätin Chantal Galladé wird Präsidentin der Winterthurer Kreisschulpflege Stadt-Töss. Sie hat den bisherigen, umstrittenen Schulpflege-Präsidenten, Felix Müller, klar geschlagen. Galladé erhielt 4352 Stimmen, Müller nur 391 Stimmen. Müller wurde auch als Mitglied der Kreisschulpflege nicht mehr gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 29,9 Prozent. Die Kreisschulpflege Stadt-Töss umfasst insgesamt 13 Mitglieder.

Chantal Galladé hat Pädagogik und Politikwissenschaften studiert und war mehrere Jahre lang Berufsschullehrerin. Die 45-jährige Erziehungswissenschaftlerin hat selber zwei Töchter und ist seit 2003 SP-Nationalrätin. Das Präsidium der Kreisschulpflege ist ein Vollamt, Galladé dürfte deshalb ihr Nationalratsamt abgeben.

Als Mutter wisse sie, wie wichtig es sei, dass Kindern in der Schule gut gehe und wie sehr Familien von schulischen Entscheiden betroffen seien, schreibt sie auf ihrem Wahl-Flyer. Galladés Überzeugung: «Jedes Kind hat das Recht, gerne in die Schule zu gehen und angemessen gefördert zu werden.»

Der unterlegene bisherige Präsident Felix Müller war wegen des Schulhauses Brühlberg in Kritik geraten. 2017 hatten dort alle Lehrer gekündigt, was vor allem Müller angelastet worden war. Eltern und Schüler forderten seinen Rücktritt; auch seine Partei, die Grünen, liessen ihn fallen. Trotz aller Kritik hatte er sich erneut der Wiederwahl gestellt. (SDA)