Die heute 40-jährige Mutter aus der Türkei lebt bereits seit 2003 in der Schweiz und hat in Zürich für sich und ihre vier Kinder über mehrere Jahre hinweg Sozialhilfegelder für weit über 700 000 Franke bezogen. Ab 2011 kassierte sie auch noch Invalidengelder, da sie sich als depressive und zurückgezogene Frau ausgab. Um noch mehr Fürsorgegelder zu erhalten, heiratete sie im April 2013 auch noch einen kurdischer Asylbewerber aus dem Limmattal. Diese Verbindung entpuppte sich jedoch schon bald als Scheinehe.

21 000 Franken für Freund

In einem jetzt eröffneten Urteil des Bezirksgerichts Zürich konnte bei der beschuldigten Frau weder von Depressionen noch von sozialem Rückzug die Rede sein. So ist dem Entscheid zu entnehmen, dass sich die vermeintlich mittellose Stadtzürcherin nicht nur ein eigenes Auto, sondern auch einen anatolischen Liebhaber leisten konnte. So überwies sie ihrem Freund mehr als 21 000 Franken in die Türkei.

Die Frau, welche angeblich auch unter Konzentrationsschwäche litt, war dem Glücksspiel nicht abgeneigt. Wobei sie innerhalb eines Jahres das Casino Baden nachweislich mindestens 89 Mal besuchte. «Dazu braucht man keine Konzentration, man muss einfach Geld einwerfen und auf die Knöpfe drücken», erklärte sie dem zuständigen Staatsanwalt. Dabei will sie sogar meistens gewonnen haben. Zusätzliche Einkünfte besorgte sich die Betrügerin mit verheimlichter Arbeit als Raumpflegerin.

Die Staatsanwaltschaft konnte ihr zum Schluss zwei Deliktsbeträge hieb- und stichfest nachweisen. Einerseits handelte es sich dabei um zu Unrecht bezogene Sozialhilfegelder für mindestens 38 000 Franken, andererseits um illegal ergatterte Invaliden-Beiträge von über 5600 Franken. Der Scheinehemann aus Dietikon hatte zudem widerrechtlich 8000 Franken erhalten.

Gerichtskosten auferlegt

Nun wurden beide «Ehepartner» anklagegemäss für schuldig befunden. Die teilgeständige Frau wurde wegen gewerbsmässigen Betrugs und Vergehens gegen das Ausländergesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt.

Der Limmattaler Kurde wurde wegen einfachen Betrugs sowie Vergehens gegen das Ausländergesetz mit einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 50 Franken sowie mit einer Busse von 1500 Franken belangt. Dem Duo wurden zudem die Gerichtskosten von rund 10 000 Franken auferlegt. Allerdings sind die Entscheide noch nicht rechtskräftig.