Die höchstgelegene Bühne der Stadt Zürich gab für einmal den Blick in den fernen Weltraum frei. Der Schlieremer Schauspieler Rolf Sommer präsentierte im Theater Rigiblick die Premiere seines Liederabends «Sommer im Weltall». Es ist sein erstes eigenes Programm und entsprechend gross war die Neugierde der am Sonntagabend zahlreich erschienenen Zuschauer.

«Das Universum hat mich schon immer fasziniert», erklärte Rolf Sommer im Vorfeld. Kaum erschien er auf der Bühne, nahm man ihm diese Leidenschaft sofort ab. Begleitet vom Pianisten Ken Mallor stimmte er zuerst ein Lied von Patricia Kaas an: sanft, eigenwillig und die Tonleiter rauf und runter springend.
Die Auswahl der Songs, die Rolf Sommer geschickt mit fernen Galaxien vermischt, ist mutig und reicht von Udo Lindenberg über Dina Washington bis hin zur Heavy-Metal-Band AC/DC. Kein Text wurde dabei verändert, keine Note blieb unglaubwürdig, sodass der ausgebildete Musical-Darsteller sein Talent voll ausschöpfen konnte.

Ken Mallor war Feuer und Flamme

«Ich hatte eine ganze Liste von Songs für das Programm», sagte Rolf Sommer. Die Auswahl passte sich am Ende perfekt in den Kontext des Themas ein. Der aus New York stammende Pianist Ken Mallor folgte ihm dabei mit flinken Fingern. Keine Minute habe er gezögert, als Rolf Sommer in darum gebeten habe, ihn bei seiner Reise in den Weltraum zu begleiten, erklärte er.

Zwischen dem Liedgut liess Rolf Sommer seinen Gedanken zum Universum freien Lauf. Oft war sein Griff nach den Sternen eine Metapher für irdische Belange, und noch öfter war er dabei sarkastisch in einer charmanten Art und Weise. So sagte er über die Liebe: «Wenn Liebe böse ist, so ist Sex der Weg in die Hölle.»

In diesen Zwischenminuten wurde klar, wie treffsicher Rolf Sommer sein Publikum unterhalten kann - etwa so wie der Moderator einer Late-Night-Show, pointiert und schlagfertig. Unser seit Milliarden Jahren nach dem Urknall bestehendes Dasein bezeichnete er etwa als «kosmische Katastrophe», dabei ist die Lust am Leben dennoch allgegenwärtig.

Keine Frage, Rolf Sommer hat es geschafft, einen Abend mit seinen Ideen und seiner Persönlichkeit ansprechend zu gestalten. Nie zeigte er sich dabei von Star-Allüren geplagt, sondern als Mensch, der zwischen Lichtjahren und Scheinwerfer mal eben die Bühne betritt. Diese Bodenständigkeit kam an und schaffte den Kontakt mit der Basisstation.


Wie eine Sternschnuppe
Am Schluss bedachte das Publikum Rolf Sommer mit einer Standing Ovation. Sichtlich gerührt verschwand der Schauspieler wie eine Sternschnuppe in der dunklen Showbühne. Seinen Liederabend wird er das nächste Mal am 25. März aufführen, wieder im Theater Rigiblick.