Frauenhandel

So will Zürich Opfer von Frauenhandel schützen

Opfer von Zwangprostitution erhalten neu in einer Wohnung in Zürich Schutz (Symbolbild)

Opfer von Zwangprostitution erhalten neu in einer Wohnung in Zürich Schutz (Symbolbild)

Fünf Frauen haben in Zürich in der ersten Schutzwohnung für Opfer von Zwangsprostitution Unterkunft gefunden. Es die erste solche Schutzwohnung in der Schweiz. Die Adresse der Wohnung bleibt geheim.

In der neuen Schutzwohnung finden fünf Frauen für eine Zeit von etwa sechs Monaten Unterschlupf, so Zürcher Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ). Sie können dort nach dem Ausstieg aus der Zwangsprostitution leben. Dieser Ausstieg ist die Bedingung dafür, dass sie in die Schutzwohnung einziehen können.

Die Sicherheit der Frauen sei dabei das oberste Gebot. Deshalb dürfen sie die Adresse niemandem bekannt geben und auch keine Besuche empfangen. Die Bewohnerinnen werden teilweise betreut - die FIZ hat dafür eine 60-Prozent-Stelle neu eingerichtet.

Zeuginnen in einem Strafverfahren

Die Frauen seien in der Regel Zeuginnen in einem Strafverfahren und würden in der Zeit, in der sie in der Schutzwohnung leben, noch von der Polizei vernommen. Jede von ihnen habe eine Ansprechperson bei der Polizei und sei angewiesen, bei direkter Bedrohung sofort die Notrufnummer zu wählen.

Die Wohnung sei auf Grund eines Schutzwohnungskonzepts eröffnet worden, das von der Politikwissenschaftlerin Nina Pessina erarbeitet worden sei. Diese habe dafür bestehende Angebote in Deutschland, Österreich, Spanien und Rumänien verglichen.

Die Schutzwohnung befinde sich jetzt in einer Pilotphase. Nach 18 Monaten sollen die Erfahrungen ausgewertet und der Betrieb allenfalls verbessert werden.

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