Multimedia - Ausbau Nordumfahrung
So will der Kanton die Limmattaler Gemeinden vom Verkehr entlasten

Im Zuge des Ausbaus der Zürcher Nordumfahrung wird es auch auf verschiedenen Strassen im Limmattal zu verkehrstechnischen Änderungen kommen.

Sandro Zimmerli
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Mit der Umlegung der Niederholzstrasse will der Kanton die Fahrweid vom Durchgangsverkehr entlasten. Für diese Arbeiten will man ab etwa 2020 bereit sein.

Mit der Umlegung der Niederholzstrasse will der Kanton die Fahrweid vom Durchgangsverkehr entlasten. Für diese Arbeiten will man ab etwa 2020 bereit sein.

Zur Verfügung gestellt

Der Ausbau der Zürcher Nordumfahrung mit dem Bau einer dritten Gubriströhre ist weit mehr als ein Autobahnprojekt. Auch auf verschiedenen Strassen in der Region sind verkehrstechnische Änderungen vorgesehen.

So sind in Oetwil, Geroldswil, Weiningen und Unterengstringen sogenannte flankierende Massnahmen geplant, um die Ortschaften vom Durchgangsverkehr zu entlasten.
Läuft alles nach Plan, könnte mit den Installationen für den Bau der dritte Gubriströhre bereits Ende 2016 begonnen werden.

Bereits jetzt ist das kantonale Tiefbauamt daran, ein Verkehrskonzept für die geplanten Bauvorhaben zu erarbeiten. Dieses soll aufzeigen, wann und wie die verschiedenen Massnahmen umgesetzt werden können, und wo der Verkehr während der Bauphasen durchgeführt werden kann.

Denn sämtliche flankierende Massnahmen, wie Fahrbahnhaltestellen für Busse oder Verkehrskreisel, werden im Zuge umfassender Strassenbelagssanierungen realisiert, wie David Amrein, Leiter Unterhaltsregion I im Strasseninspektorat des Tiefbauamtes auf Anfrage erklärt. «Im Sommer oder Herbst wollen wir die Bevölkerung von Oetwil, Geroldswil und Weiningen über die Baustellen und die Verkehrsführung informieren», so Amrein.

Allerdings sei die Umsetzung der geplanten Bauvorhaben einerseits von allfälligen ergriffenen Rechtsmittel, andererseits auch von der Budget- und Kreditgenehmigung durch die entsprechenden politischen Instanzen abhängig.

Verschiedene Fahrbahnhaltestellen

In Oetwil, wo die Limmattalstrasse zwischen dem Kreisel Mutschellenstrasse und der Gemeindegrenze zu Geroldswil instandgesetzt wird, sind zwei flankierende Massnahmen geplant. Kurz vor dem Knoten Limmattal-/Poststrasse in Richtung Würenlos ist ein verkehrsberuhigendes Element vorgesehen, das eine bremsende Wirkung auf den Verkehr hat.

Weiter ostwärts soll der Knoten Limmattal-/Dorfstrasse zu einem Kreisel umgebaut werden. Gemäss Fahrplan des Kantons sollen die Hauptarbeiten auf diesem Abschnitt 2017/2018 beginnen.
Das grösste Bauvorhaben in Geroldswil betrifft den Knoten Limmattal-/Gemeindehausstrasse.

Dieser soll ebenfalls zu einem Kreisel umgebaut werden. Zudem ist geplant, die Bushaltestellen an der Limmattalstrasse, die wegen des Kreisels teilweise verschoben werden, zu Fahrbahnhaltestellen umzubauen. Laut Amrein sind diese Arbeiten für 2018/2019 vorgesehen.

In Weiningen, der vom Bau der dritten Gubriströhre am stärksten betroffenen Gemeinde, sind an verschiedenen Orten flankierende Massnahmen angedacht. Unter anderem sollen vor dem Lindenplatz die beiden Bushaltestellen auf die Fahrbahn der Badenerstrasse versetzt werden.

Das geht aus dem Vorprojekt zur geplanten Fahrbahninstandsetzung und Strassenraumgestaltung der Dietikoner-/Badener- und Regensdorferstrasse hervor, das bis vor kurzem öffentlich auflag.

Gemäss Thomas Maag, Kommunikationsverantwortlicher der kantonalen Baudirektion, sind nur eine Handvoll Einwendungen zum Vorprojekt eingegangen. Diese würden nun geprüft, sodass das Bauprojekt im dritten Quartal 2016 öffentlich aufgelegt werden könne.

Auch auf der Zürcherstrasse sind Fahrbahnhaltestellen vorgesehen. Im Gegensatz zur Dietikoner-, Badener- und Regensdorferstrasse handelt es sich bei ihr nicht um eine Kantons- sondern um eine Gemeindestrasse. «Dennoch wird die Sanierung der Zürcherstrasse mit derjenigen der drei Kantonsstrassen koordiniert», sagt David Amrein.

Die Instandsetzung erfolge etappenweise. Gemäss kantonalem Fahrplan seien die Bauarbeiten auf 2018 bis 2020 terminiert.
Um einiges später wird gemäss den Plänen des Kantons das grösste der im Rahmen der flankierenden Massnahmen vorgesehene Projekt in Angriff genommen: die Umlegung der Niederholzstrasse.

Diese mündet derzeit beim Kreisel bei der Limmatbrücke in die Überlandstrasse. Neu soll dieser Knoten Richtung Osten auf die Höhe des Kieswerkes Hardwald verschoben werden. Der Kreisel kann dann aufgelöst werden.

Ziel der Massnahme ist einerseits die Entlastung der Ortsdurchfahrt Fahrweid, andererseits soll der Verkehr aus dem Raum Dietikon/Schlieren möglichst direkt zum Halbanschluss Weiningen geführt werden. Mit der Umlegung der Niederholzstrasse wird auch der Knoten Dietikoner-, Niederholz- und Umfahrungsstrasse umgebaut. Gemäss Amrein will man für diese Arbeiten ab etwa 2020 bereit sein.

Wie in Oetwil sind auch in Unterengstringen zwei flankierende Massnahmen im Rahmen der Sanierung der Zürcherstrasse geplant. Dort erstrecken sich die Arbeiten von der Gemeindegrenze zu Weiningen bis zum Kreisel Sennenbüel.

Geplant ist eine sogenannte Torsituation, also eine bauliche Massnahme, die eine bremsende Wirkung auf die Autofahrer haben soll. Vorgesehen ist dieses Element beim Knoten Zürcher-/Brunnmattstrasse. Bei der Einmündung der Widenbüel- in die Zürcherstrasse ist eine Fussgängerquerung angedacht. Mit den Arbeiten soll 2017/2018 begonnen werden.

Halbanschluss: Entscheid soll noch diesen Frühling erfolgen

Allmählich werden die Baustellen für den Ausbau der Zürcher Nordumfahrung deutlicher sichtbar. Zumindest auf der östlichen Seite des Gubristtunnels, wo bereits diesen Frühling mit den Hauptarbeiten auf dem Abschnitt Gubristtunnel bis Zürich-Nord begonnen werden soll. Die Vorarbeiten dafür sind seit geraumer Zeit im Gange. Mitte Juli 2015 erfolgte schliesslich die öffentliche Ausschreibung für dieses Teilprojekt.

Die Eingabefrist der Offerten für die Hauptarbeiten am Trassee Ost war am 12. Oktober 2015, diejenige für die Hauptarbeiten zur Instandsetzung des Stelzentunnels am 18. November 2015, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) auf Anfrage erklärt. Der Baubeginn für beide Teile sei auf den 2. Mai dieses Jahres angesetzt, vorausgesetzt, dass die beiden Vergabeentscheide nicht gerichtlich angefochten würden. Die Arbeiten werden dann etwa vier Jahre dauern.

Ebenfalls bereits erfolgt ist die Ausschreibung der Tunnelbauarbeiten für die dritte Gubriströhre. Die Eingabefrist läuft noch bis zum 4. Mai. Laut Astra könnte mit den Arbeiten, das heisst mit den Installationen, frühestens Ende 2016 begonnen werden. Auch hier unter der Voraussetzung, dass der Vergabeentscheid nicht gerichtlich angefochten wird, was den Baubeginn verzögern würde. Der Bau der dritten Röhre wird ungefähr fünf Jahre dauern. Danach werden die beiden bestehenden Röhren saniert. Diese Arbeiten sind mit drei bis vier Jahren veranschlagt.
Auf der westlichen, der Weininger Tunnelseite läuft derzeit die Prüfung und Bewertung von möglichen Varianten zur Lage des Halbanschlusses Weiningen. Laut Astra wird der Variantenentscheid voraussichtlich im ersten Quartal 2016 gefällt werden können. Anschliessend werde das Generelle Projekt inklusive Portalüberdeckung, die gemäss Absichtserklärung zwischen Bund, Kanton und Gemeinde 100 Meter lang werden soll, erstellt.

«Das Generelle Projekt wird voraussichtlich noch in der zweiten Hälfte 2016 beim Bundesrat zur Genehmigung eingereicht», so das Astra. Nach Vorliegen der bundesrätlichen Genehmigung erstellt das Astra das Ausführungsprojekt. Gemäss heutiger Annahme könnte das Ausführungsprojekt frühestens im ersten Quartal 2018 zur öffentlichen Planauflage gebracht werden.

Die anschliessende Projektgenehmigungsverfügung durch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation könnte frühestens zirka Mitte 2019 erfolgen. Ob daraufhin allenfalls Beschwerden an das Bundesverwaltungsgericht erfolgen, bleibt abzuwarten.