Schlieren
So sieht die neue Asylunterkunft aus

Die Asylunterkunft in Schlieren ist fertig. Diese Woche wird der 2,8-Millionen-Modulbau an der Bernstrasse bezogen – ein Besuch.

Alex Rudolf
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Asylunterkunft Schlieren
14 Bilder
Bis zu 58 Personen können hier an der Bernstrasse untergebracht werden
Auch über einen Spielplatz verfügt der Bau
Am vergangenen Freitag war der Bau für die Öffentlichkeit zugänglich
Der Gang, der die Obergeschosse erschliesst
Die Küchen sind bereits für die Anknft der Bewohner eingerichtet
Auch die Betten samt Nachttischlampen sind bereit
Der Kühlschrank verfügt über abschliessbare Fächer
Leinentücher und sonstige Bettsagen warten ebenfalls auf die neuen Bewohner
Zwei der zehn Einheiten sind barrierefrei
Auf dem Küchentisch warten auch schon die Infoblätter, die unter anderem Verhaltensregeln bekanntgeben
Claude Chatelain, Leiter Abteilung Soziales der Stadt Schlieren.

Asylunterkunft Schlieren

Alex Rudolf

Die gewellte Blechfassade glitzert im Sonnenschein und gibt dem silbernen Bau etwas Unverwechselbares. Dass es sich bei der neuen Asylunterkunft an der Schlieremer Bernstrasse nicht um ein Gebäude aus demselben Guss, sondern um das Zusammenspiel von 22 Modulelementen handelt, ahnt der Betrachter nicht.

Dies war aber auch Absicht, wie der Projektleiter der Stadt Schlieren, Sacha Grossrieder, sagt. «Die Fassade umspannt alle Module und gibt ihnen so etwas Einheitliches.» Die 58 Plätze umfassende Unterkunft ist nun fertiggestellt, diese Woche ziehen die ersten Bewohner ein.

Auf eine herkömmliche Einweihungsfeier verzichtete die Stadt. Stattdessen konnte das Gelände am vergangnen Freitag begangen werden. Nun, da bald die ersten Asylsuchenden einziehen, hat die Öffentlichkeit nämlich keinen Zugang mehr zum hinter einer Lärmschutzwand versteckten Modulbau.

«Die Schlieremer haben das Geld für den Bau gesprochen und nun sollen sie auch sehen, wofür die 2,8 Millionen Franken ausgegeben wurden», sagt Claude Chatelain, Leiter der Abteilung Soziales in Schlieren.

Nur knapp wurde der Baukredit im März 2015 angenommen. Mitte dieses Jahres, nachdem die vorbereitenden Arbeiten getan waren, startete der Aufbau der Modulbauten.

Eng mit diesem Projekt verknüpft war die Erweiterung des unweit von der neuen Unterkunft gelegenen Werkhofs. Dort wereden nun ein Flachdachbau, ein kleines Büro sowie eine Einstellhalle erstellt. Das Fundament für die Einstellhalle steht bereits, bald beginnen die Arbeiten.

Die Unterkunft an der Bernstrasse ist in zehn Wohneinheiten eingeteilt, in denen zwischen zwei und acht Personen gemeinsam leben. Zwei dieser Einheiten sind barrierefrei, der Bau erfüllt den Minergie-Standard. «Zudem ist die Gebäudestatik darauf ausgerichtet, dass bei Bedarf noch ein zweites Obergeschoss erstellt werden könnte», so Grossrieder.

Wohnungen für Sozialhilfe

Dass dieser Bedarf bald bestehen wird, zeichnet sich jedoch nicht ab. Erst vergangene Woche gab Regierungsrat Mario Fehr (SP) bekannt, dass die Asylaufnahmequote für Gemeinden vorerst nicht erhöht wird.

Das Szenario von Anfang Jahr wiederholt sich also vorerst nicht. Damals wurde die Quote von 5 Asylsuchenden pro 1000 Einwohner auf deren 7 erhöht, was in einigen Gemeinden für Platznot in ihrem Asylkonzept sorgte.

Nicht so in Schlieren. Im vergangenen Juli wurde bekannt, dass die Stadt zwölf Wohnungen in einer Liegenschaft an der Rütistrasse für ein Jahr anmietet. Im Portfolio der Stadt befinden sich bereits 26 Mietwohnungen sowie die bisherige Asylunterkunft an der Wiesenstrasse, die Platz für 28 Bewohner bietet.

Obwohl ursprünglich erst nach dem Bezug der neuen Asylunterkunft mit der Sanierung der alten an der Wiesenstrasse begonnen hätte werden sollen, wurden die Arbeiten bereits im September aufgenommen. «Die 28 Bewohner konnten wir auf die Wohnungen verteilen», so Chatelain. Bereits Mitte Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sodass wieder maximal 28 Bewohner dort einziehen können.

Jene Wohnungen, welche die Stadt nicht mehr für Asylsuchende braucht, werden laut Chatelain im Sozialhilfebereich benötigt. «Bereits ab Oktober werden drei Wohnungen als Notwohnungen verwenden. Dabei ergeben sich für die Stadt Einsparungen, da Personen oder Familien aus kostspieligen Institutionen oder Wohnungen dort untergebracht werden», sagt er.

Chatelain nennt dies eine sehr komfortable Position, da die Stadt bereit sei, auf eine allfällige Erhöhung der Aufnahmequote zu reagieren. «Vorerst ist nämlich aus betrieblichen Gründen nicht geplant, die beiden Unterkünfte voll zu belegen.»