Aussenraumgestaltung
So lassen sich auch auf begrenztem Raum kleine Oasen erschaffen

An der Messe Giardina in Zürich werden ab heute Mittwoch prunkvolle Gärten gezeigt. Terrassenspezialist Ralph Hoffmann aus Unterengstringen verrät, welche Trends sich auf kleinem Raum umsetzen lassen.

Anina Gepp und Julia Wartmann
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Ob Balkon, Terrasse oder kleiner Garten (Bild: Frau Gerolds Garten in Zürich West) – mit etwas Fantasie und Geschick lässt sich auf wenig Platz eine Oase zaubern.

Ob Balkon, Terrasse oder kleiner Garten (Bild: Frau Gerolds Garten in Zürich West) – mit etwas Fantasie und Geschick lässt sich auf wenig Platz eine Oase zaubern.

EMANUEL PER FREUDIGER
Ralph Hoffmann.

Ralph Hoffmann.

Ralph Hoffmann, die meisten Limmattaler haben einen Balkon oder eine Terrasse. Wie gross sind die Gestaltungsmöglichkeiten auf so begrenztem Raum?

Ralph Hoffmann: Die Terrasse hat in den letzten Jahren enorm an Stellenwert gewonnen und wird heute gerade im urbanen Raum viel stärker als erweiterter und gestaltbarer Wohnraum wahrgenommen. Wer eine Terrasse hat, ist fast dazu verpflichtet, sie schön zu gestalten. Alles andere wäre schade. Aber auch Balkone werden häufig zu wenig genutzt und könnten viel schöner bepflanzt werden.

Der Platz auf einem Balkon ist aber beschränkt auf wenige Quadratmeter. Wie schafft man es, trotzdem Pflanzen unterzubringen?

Eine sehr beliebte und schöne Variante ist es, auf eine einzige grosse Pflanze zu setzen und diese in einen schönen Topf zu pflanzen. Besonders gut sieht auch beispielsweise ein Bonsai in einem Lavasteingefäss aus. Gartenbonsais sind schon seit einigen Jahren beliebt und noch immer im Trend.

Sie gefallen sehr vielen Leuten, da sie klare Formen und verschiedene Etagen haben. Das vermittelt Ruhe und ist schöner als ein wildes Nebeneinander mehrerer willkürlich ausgewählter Pflanzen.

Tipp1: In einem Topf Basilikum sollten höchstens zehn Triebe gezogen werden.

Tipp1: In einem Topf Basilikum sollten höchstens zehn Triebe gezogen werden.

Getty Images/iStockphoto

Gibt es auch Pflanzen, die für Töpfe gar nicht geeignet sind?

Grundsätzlich kann man sagen, dass alles ,was im Gartencenter im Topf verkauft wird, auch dafür geeignet ist. Der Rat einer Fachperson ist aber sicher angebracht.

Welche Gewächse können Sie konkret empfehlen?

Langsam wachsende Gewächse wie der japanische Zierahorn oder die Bergkiefer sind gut geeignet für Balkone. Sie sind an ihrem Naturstandort extremsten Bedingungen ausgesetzt, wie etwa engen Wurzelplatzverhältnissen in Felsspalten, Hitzeabstrahlung durch Felsen im Sommer, viel Wind und tiefen Temperaturen im Winter.

Nicht empfehlenswert sind beispielsweise Rottannen, die schnell in die Höhe schiessen und viel Platz einnehmen.

Welche Rolle spielen die Lichtverhältnisse auf dem Balkon in Bezug auf die Pflanzenauswahl?

Die Natur ist uns dabei der beste Lehrmeister. Was draussen an schattigen Plätzen wie beispielsweise an einem Waldrand wächst, gedeiht ähnlich gut auf schattigen Balkonen. Pflanzen hingegen, die man in der Natur nur an Südhängen vorfindet, sind eher für sonnenreiche Balkone geeignet. Am besten schaut man sich Naturstandorte beziehungsweise Bilder der Pflanzen an oder fragt direkt einen Profi.

Tipp 2: Für Tomaten eignen sich Südwände, da die Sonne zurückgestrahlt wird.

Tipp 2: Für Tomaten eignen sich Südwände, da die Sonne zurückgestrahlt wird.

Getty Images/iStockphoto

Wie kann man Anfängerfehler vermeiden?

Man darf durchaus Fehler machen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass eine Pflanze abstirbt. Ich rate meinen Kunden immer, sich bereits im Voraus zu überlegen, wie sie ihren Balkon gestalten möchten.

Welche Punkte sollte man sich im Voraus überlegen?

Einen Stil durchzuziehen und diesem Konzept treu zu bleiben, macht bestimmt Sinn. Wer sich von Anfang an Gedanken macht, kann auch etwas mehr Geld in die Hand nehmen und auf Qualität setzen.

Tipp 3: Nicht alle Kräuter vertragen sich: Getrennte Töpfe sind besser.

Tipp 3: Nicht alle Kräuter vertragen sich: Getrennte Töpfe sind besser.

Getty Images/iStockphoto

Giardina: bis 15. März, Messe Zürich, 9 bis 20 Uhr. Eintritt: 35 Franken.