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So geht Festival in Coronazeiten: Aufs Theater Spektakel folgt das Zurich Film Festival

Gemeinsames Audiokunst-Hören auf der Landiwiese war beim Publikum beliebt.

Gemeinsames Audiokunst-Hören auf der Landiwiese war beim Publikum beliebt.

Das Theater Spektakel verzeichnete bei reduziertem Angebot eine hohe Auslastung. Nun hoffen die Macher des Zurich Film Festivals auf Kinopublikum trotz Maskenpflicht.

Festivals fielen diesen Sommer grösstenteils der Coronakrise zum Opfer. Gegen Ende des Sommers versuchen nun aber zwei Zürcher Festivals, dem Virus Widerstand zu leisten: Das Theater Spektakel und das Zurich Film Festival (ZFF). Doch wie geht Festival in Coronazeiten?

Die Macher des soeben beendeten zweiwöchigen Theater Spektakels ziehen eine positive Bilanz: Die 115 kosten- oder anmeldepflichtigen Veranstaltungen wiesen eine durchschnittliche Auslastung von über 86 Prozent aus, schreiben sie in ihrem Schlussbericht. Letztes Jahr waren es 87 Prozent.

Allerdings war das Theater Spektakel diesmal deutlich kleiner und anders ausgerichtet als in früheren Jahren: Statt wie sonst rund 26000 Tickets gab es nun nur 6000 Tickets oder Platzreservationen. «Wir haben wegen Corona neue Formate entwickelt», sagt Matthias von Hartz, künstlerischer Leiter des Theater Spektakels.

So konnten Spektakel-Besucher beispielsweise auf Picknick-Decken den «Songs & Stories in the Summer of Covid» von Laurie Anderson auf der Landiwiese lauschen. Das gemeinsame Hören von Audioprojekten, die internationale Künstler für Zürich produziert haben, zählte mit einer Auslastung von über 90 Prozent zu den Spitzenreitern in der Publikumsgunst. «Das Publikum schätzt es, sich wieder zu versammeln und gemeinsam Kunst zu erleben», bilanziert von Hartz.

Das Budget des Theater Spektakels sei aufgrund der zumeist weniger aufwendigen Formate und der tiefer veranschlagten Ticketeinnahmen von 4,8 Millionen auf 3,6 Millionen Franken gesunken. Ein grosser Teil davon ist durch Subventionen und Sponsoren gedeckt.

Zurich Film Festival mit Montreux Jazz Festival

Beim Zurich Film Festival (ZFF), das am 24. September beginnt, hoffen die Veranstalter nun trotz Corona auf grosses Publikumsinteresse. Dazu beitragen sollen neue Filme, prominente Gäste und neue Partnerschaften.

So gibt das ZFF anderen Filmfestivals, die wegen Corona ausfielen, Gelegenheit, sich mit je einem Film in Zürich zu präsentieren. Neu ist auch die Partnerschaft mit dem Montreux Jazz Festival: Im Rahmen des ZFF-Formats Soundtrack Zurich präsentiert das Jazz Festival unter anderem mehrere Konzerte, darunter zwei Auftritte von Ray Parker Jr., der einst den Titelsong zum Film «Ghostbusters» schrieb.
Die Konzerte finden im «Mascotte» statt, wie eine ZFF-Sprecherin sagte. Der Klub liegt in unmittelbarer Nähe des Festivalzentrums am Sechseläutenplatz und ist ansonsten derzeit wegen Corona geschlossen. Die Beschränkung der Besucherzahl lasse einen wirtschaftlichen Betrieb nicht zu, schreiben die Mascotte-Macher auf ihrer Website.

Maskenpflicht am Grünen Teppich und in den Kinos

Mit Einschränkungen muss auch das ZFF leben: Das Corona-Schutzkonzept schreibt vor, dass zwischen Besuchergruppen jeweils ein Kinositz frei bleibt. Zudem herrscht in den Kinosälen Maskenpflicht. Und: Der Ticketverkauf findet grösstenteils online und überall bargeldlos statt. Das Festivalzelt auf dem Sechseläutenplatz wird aber trotzdem aufgebaut. Es dient als Festivalzentrum und Infostelle.

Beim Besuch der Festival-Kinos Le Paris, Picadilly, Corso, Kosmos, Filmpodium und Arena müssen die Gäste ihre Kontaktdaten hinterlegen, um bei Bedarf das Corona-Contact-Tracing zu ermöglichen. Um den Grünen Teppich, auf dem sich Filmstars wie die französische Schauspielerin Juliette Binoche zeigen, sind Fanzonen mit beschränkter Besucherzahl geplant. Auch hier ist der Zugang nur bei vorheriger schriftlicher Registrierung erlaubt – und es herrscht ebenfalls Maskenpflicht.

An den letztjährigen Rekord mit 117000 Besucherinnen und Besuchern dürfte das 16. Zurich Film Festival unter diesen Bedingungen kaum herankommen. Dafür hat es ein neumodisches Kleidungsstück im Angebot: Im Onlineshop ist des Festivals ist für 14 Franken bereits die ZFF-Stoffschutzmaske mit Nasenbügel erhältlich.

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