Zürich
So geht die Polizei gegen die Labitzke-Besetzer vor

Die Besetzer des Labitzke-Areals haben heute Morgen die Hohlstrasse besetzt und blockiert. Kurz nach 12 Uhr konnte die Polizei die wichtige Verbindung von Altstetten in die Zürcher Innenstadt wieder freigeben.

Oliver Graf
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Die Besetzer aus dem benachbarten Labitzke-Areal, welche am frühen Morgen die Strasse blockiert hatten, winkten den abziehenden Polizisten zu. Die Besetzung auf dem ehemaligen Fabrikgelände dauerte an. Der Polizeieinsatz an der Hohlstrasse, welche im morgendlichen Pendlerverkehr eine wichtige Verbindung von Altstetten in die Zürcher Innenstadt darstellt, sei nur wegen der blockierten Strasse erfolgt, sagte eine Mediensprecherin vor Ort. Zu einer polizeilichen Räumung des Areals wollte sie sich aus taktischen Gründen nicht äussern.

Die Besetzer erwarten diese in den kommenden Tagen. Weil sie auf die Strasse gesetzt würden, würden sie halt auf diese ausweichen, hatten sie ihre Aktion begründet. Weitere Aktivitäten, auch an anderen Orten in der Stadt Zürich, wurden von den Besetzern bereits angekündigt.

Die Besetzer hatten vor 7 Uhr mit Möbeln und vier Beton gefüllten Containern die Hohlstrasse blockiert. Die Stadtpolizei hatte den Personen aus der linksalternativen und -autonomen Szene ein Ultimatum gestellt. Als dieses verstrich, begann sie die Besetzer abzuführen. Diese liessen dies mit sich geschehen - gestern hatten sie "bunten und gewaltfreien Widerstand angekündigt".

Gemäss ersten Erkenntnissen der Stadtpolizei wurden 16 Personen festgenommen. Einen Besetzten, der sich an zwei Container angekettet hatte, beschäftigte die Polizei mehr als zwei Stunden lang, bis sie ihn mit schwerem Baugerät losmachen konnten. Die Strasse wurde während des ganzen Geschehens auf beiden Seiten von der Stapo, welche sich mit Schutzschildern bewaffnete, abgeriegelt.

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Unklar bleibt, was mit dem besetzten Labitzke-Areal passiert, vor dessen Eingang die Besetzer ihre Strassenblockade aufgestellt hatten. Für eine polizeiliche Räumung wäre eine Anzeige der Immobilienfirma Mobima erforderlich, die auf ihrem Areal 280 Wohnungen erstellen will.