Ins Wasser darf Omysha nicht allein. Wenn ihr der Sinn nach einem Bad steht, begleitet Schwester Chandra sie und passt auf, dass dem jüngsten Familienmitglied nichts zustösst. Mutter Indi dagegen hält überhaupt nichts vom kühlen Nass. Das Plantschen überlässt sie ihren Töchtern.

Omysha, Osadhi oder Ojas: Wie soll das Zürcher Elefantenbaby heissen?

Omysha, Osadhi oder Ojas: Wie soll das Zürcher Elefantenbaby heissen?

Und die kleine Omysha geniesst es sichtlich: Sie taucht, schlenkert den Rüssel durchs Wasser, dass es nur so spritzt und angelt zwischendurch nach einem Apfelschnitz, den die Pflegerin ihr zuwirft.

Omysha, die nur wenige Tage nach dem Einzug der Elefantenherde in den neuen Zürcher Elefantenpark geboren wurde, ist das erste Jungtier, das in geschütztem Kontakt aufwächst und nicht mehr im direkten mit den Tierpflegern.

Zunächst hatte Omysha daher auch keinerlei Interesse an Menschen. Erst seit sie sich für feste Nahrung begeistert, sind die Tierpfleger, die diese Leckerbissen verteilen, deutlich spannender für sie geworden. So lässt sich das Elefantenbaby beispielsweise mit Apfelschnitzen dazu motivieren, zu den Tiefpflegern zu gehen oder auf die Waage zu stehen.

«Biologie pur»

Weil die Elefantengeburt ohne menschliche Hilfe vonstatten ging, lässt sich Omyshas Geburtsgewicht nur schätzen. Zwischen 120 und 140 habe sie vor einem Jahr wohl gewogen, sagte Kurator Robert Zingg am Mittwoch vor den Medien. Inzwischen sind es 545 Kilogramm.

Omysha vor einem Jahr:

Mutter, Schwester und die nicht verwandte "Tante" Druk teilen sich die Betreuung des Jungtiers. Ein Beispiel, wie dies funktioniert, hat ein Zoobesucher mit der Kamera eingefangen. Die kleine Omysha war bei einem Kletterversuch aus dem Gleichgewicht geraten und rückwärts in einen Graben gefallen. Sofort rannten Mutter und Schwester herbei und halfen der Kleinen wieder auf die Füsse.

Das Video wurde auf YouTube inzwischen über 6 Millionen Mal angeschaut. «Das sieht herzig aus, ist aber Biologie pur», sagte Zingg.

Ausser Omyshas ersten Geburtstag feiert der Zoo in diesem Jahr auch zwei runde Geburtstage in der achtköpfigen Elefantengruppe. So wird Ceyla-Himali 40 und ihre Tochter Farha zehn Jahre alt.

Grosszügige Spenden

Die Tiere haben sich alle gut im neuen Elefantenpark eingelebt und auch die Besucher sind begeistert von der Anlage. Dies zeigt sich unter anderem auch in der Spendenbereitschaft: Innerhalb eines Jahres wurden im aufgestellten Münztrichter fast 100'000 Franken gesammelt.

Das Geld wird für den Schutz der letzten 200 Elefanten im Kaeng Krachan Nationalpark in Thailand eingesetzt. Hier kommt es immer wieder zu Konflikten, beispielsweise wenn die Elefanten die Ananasfelder in den angrenzenden Dörfern zerstören, wie Zoodirektor Alex Rübel sagte. Mit dem gespendeten Geld kann der Alarmzaun verlängert und verbessert werden.