Werdinsel

So einfach geht die Absenkung beim Oberwasserkanal auf der Werdinsel vor sich

Der Blick auf die Baustelle bei der Werdinsel zeigt ein seltener Anblick: Für die Erweiterung der Badestrecke wurde die Absenkung des Wasserspiegels im Oberwasserkanal nötig.

Auf der Baustelle beim Oberwasserkanal auf der Werdinsel laufen die Arbeiten plangemäss: Pünktlich zur Badesaison im neuen Jahr werden die neuen Liegewiesen und die verlängerte Badestrecke für die Menschen, die Entspannung in diesem Naherholungsgebiet suchen, zur Verfügung stehen. «Stand heute, werden die Arbeiten am Oberwasserkanal im April 2020 beendet sein», bestätigt Projektleiter Johannes Neher. Mit der Umsetzung der Verlängerung der Badestrecke von 90 auf 200 Metern wurde eine der letzten Massnahme angegangen, die aus dem Nutzungskonzept Werdinsel hervorgeht.

Die Einschränkungen, die durch die Baustelle verursacht werden, halten sich indes für die Spaziergänger in Grenzen. Bereits am Morgen joggen und gehen Menschen gelassen an der Baustelle vorbei, während die Bauarbeiter ihre Arbeit aufnehmen.

Hohe Baumkronen ermöglichen die Sicht

Von der Brücke aus mit Blick auf den Kanal zeigt sich ein ungewöhnlicher Anblick, zudem gelangt der Geruch von Wassermuscheln in die Nase. Der Wasserstand wurde um 2,5 Meter abgesenkt: «Die Absenkung ist ganz einfach, wir schliessen beim Stauwehr weiter vorne den Zugang, sodass das Wasser nicht mehr in den Oberkanal fliesst, sondern links in die Limmat», sagt Neher. Durch den gewählten Zeitpunkt für diese Arbeit im Oktober werden die Fische durch den Eingriff geschont, erklärt er. Dieser Zeitpunkt sei wichtig und hänge mit der Laichablage zusammen. Weiter ist die dichte Böschung entlang des Kanals verschwunden. Dort, wo einst dichte Hecken und Pflanzen an der Böschung wucherten, stehen nur noch vereinzelt Bäume mit einer hohen Baumkrone. «Zwei Bäume konnten wir stehen lassen, auch darum, weil sie den Bademeistern die Sicht über die ganze Strecke nicht einschränken», so Neher.

Damit sich die Situation auf der Werdinsel künftig bei grossem Andrang weiter entspannt, wird die Badestrecke um mehr als das Doppelte verlängert. «Auf den Liegewiesen liegen die Menschen während der Badesaison Tuch an Tuch und beim Ausstieg aus dem Wasser kam es häufig zu einem Gedränge», sagt Tanja Huber, Kommunikationsbeauftragte von Grün Stadt Zürich. Die Massnahme gewährleiste damit auch in Zukunft die Sicherheit und sorge dafür, dass künftig eine konfliktarme Situation auf der Werdinsel angetroffen werde. Auch die neue Liegewiese, die direkt an der Limmat und ausserhalb der Badi Au-Höngg geplant ist, nimmt langsam Form an.

Die Einschränkungen, die diese Baustelle und alle anderen Massnahmen mit sich gebracht hätten, seien zu keinem Zeitpunkt als negativ empfunden worden. Im Gegenteil, dieses Bauprojekt sei das Ergebnis eines umfangreichen Informations- und Beteiligungsprozesses, sagt Huber. «Die Interessengruppen sind von Anfang an mit einbezogen und informiert worden und mit dem Resultat konnten sich alle arrangieren», sagt sie. Für das Nutzungskonzept Werdinsel wurden 2017 über hundert Interessenvertreterinnen und Vertreter eingeladen und viele der erarbeiteten Massnahmen wurden bereits umgesetzt: «Zum Beispiel sind die Aufwertung des Naturschutzgebietes am Fischerweg, die bessere Kennzeichnung von Abfallbehältern und die Massnahmen betreffend sexuellen Handlungen bereits erfolgreich umgesetzt worden», führt Huber aus. Das gesamte Projekt sei ein grosser Erfolg und die Verlängerung sei nun der grösste Eingriff. 

Wildblumenwiesen ersetzen das fehlende Grün

Eine Investition von rund 2,4 Millionen ist mit den Massnahmen der Badstreckenverlängerung und der neuen Liegewiese nötig. Die Bewilligung für die Kosten wurde vom Stadtrat im Februar 2019 beschlossen. Der Eingriff soll den Naturwert der Insel nicht schmälern. Als Ersatz für das wegfallende Grün werden Hecken, Wildblumenwiesen und Bäume gepflanzt.

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Autor

Cynthia Mira

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