So weisen die Veranstalter des Rihanna-Konzerts, das am Freitag im Letzigrund stattfindet, darauf hin, dass beim Einlass wegen verstärkter Kontrollen mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist.

Weiter heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung: «Grössere Taschen, Handtaschen, Rucksäcke sowie Helme sind ebenso nicht zugelassen wie Gegenstände aller Art, die nicht unbedingt erforderlich sind. Lediglich Damenhandtaschen bis zu einer Grösse von DIN A4 (21 mal 29,7 Zentimeter) dürfen nach händischer Kontrolle mit ins Stadion gebracht werden.»

In den USA sind solche Vorgaben laut Katharina Wenisch vom Konzertveranstalter Live Nation, der für die Rihanna-Tour verantwortlich ist, seit Jahren gang und gäbe.

Rihanna bei einem ihrer letzten Auftritte in der Schweiz - damals im Zürcher Hallenstadion:

Doch für den deutschsprachigen Raum seien sie eine Neuerung, die aufgrund der jüngsten Terrorakte eingeführt wurde. Zur Begründung des Rucksackverbots verweist sie auf den Anschlag in Ansbach (D), wo ein syrischer Flüchtling am 24. Juli eine Rucksackbombe vor einem Weinlokal zündete.

Wenisch betont: «Das Rucksackverbot dient der Sicherheit aller.» Live Nation habe die verschärften Sicherheitsmassnahmen, die während der laufenden Rihanna-Tournee erstmals beim Konzert in Frankfurt angewendet wurden, in Absprache mit Behörden und Polizei beschlossen.

Grossaufgebote an der Street Parade

Einen Tag nach dem Rihanna-Konzert steigt in Zürich mit der Street Parade gleich die nächste Massenparty. Auch die Parade-Veranstalter haben in Absprache mit der Polizei die Sicherheitsvorkehrungen «den aktuellen Begebenheiten angepasst», wie Street-Parade-Sprecher Stefan Epli sagt.

Schon seit 24 Jahren werde das Sicherheitskonzept der Parade von Jahr zu Jahr überarbeitet. Worin die aktuellen Anpassungen bestehen, gibt Epli jedoch nicht bekannt. «Für die Besucher ändert sich nichts», sagt er.

Ein Rucksackverbot wäre an der Street Parade laut Epli ohnehin nicht durchzusetzen, da sie im öffentlichen Raum stattfindet.

Und die Route der Parade werde schon seit vielen Jahren videoüberwacht. Der Grund dafür sei in erster Linie das Crowd Management, also die Vermeidung von Massenpanik und dergleichen. Ob es zu vermehrten Kontrollen von Parade-Teilnehmern komme, sei Sache der Polizei.

Jubiläumsanalss: 25 Jahre Streetparade:

Diese lässt sich wie üblich aus taktischen Gründen nicht in die Karten schauen. Nur so viel lässt Michael Walker, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, verlauten: «Wir beurteilen die Lage laufend, beziehen aktuelle Ereignisse ein und ergreifen die nötigen Massnahmen.»

An der Street Parade sei die Polizei mit einem Grossaufgebot uniformiert und in Zivil präsent. Auch Schutz und Rettung hat am Wochenende der weltweit grössten Technoparade ein Grossaufgebot im Einsatz: Fast 500 Mitarbeitende sind präsent, um die medizinische Versorgung und Brandschutzvorkehrungen sicherzustellen, wie Schutz und Rettung in einer Medienmitteilung schreibt. Drei Boote liegen für einen schnellen Transport der Rettungskräfte am Paradewochenende vor Anker.

Zwei Wochen nach der Street Parade steht mit dem Zürich Openair bereits der nächste Grossanlass bevor. Auch hier haben die Veranstalter in Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen die Sicherheitsmassnahmen überarbeitet, wie sie auf Anfrage erklärten. Was für eine Rucksack-Politik sie verfolgen, gaben sie nicht bekannt.

«Schon immer ziemlich restriktiv» waren die Sicherheitsvorkehrungen im Zürcher Hallenstadion, wie Hallenstadion-Direktor Felix Frei auf Anfrage sagt.

Bereits nach den Anschlägen von Paris Ende 2015 habe die Hallenstadion AG ihre Sicherheitsmassnahmen überprüft. Seither werden die Kontrollen an Konzerten und Sportveranstaltungen laut Frei noch konsequenter durchgeführt. So seien jetzt auch im VIP-Bereich Gepäckkontrollen nicht nur sporadisch, sondern immer üblich. Grössere Rucksäcke und Gepäckstücke seien im Hallenstadion seit je verboten.

Auch über eine Videoüberwachungsanlage verfügt die Halle bereits seit einem Jahrzehnt.

Im Rahmen einer Revision werden diesen Sommer die Kameras auf den neusten Stand gebracht und sind neu digital statt analog, wie Frei weiter ausführt.

So seien im Fansektor Gesichtserkennungen bis ins Detail möglich. Dies diene insbesondere der Ahndung von Randale bei Sportveranstaltungen. Die Datenschutzvorgaben würden dabei wie bisher eingehalten.