Mit den Medien kennt er sich aus. Das wird spätestens am Fototermin klar, der in seinem Chefbüro stattfindet. Entspannt lässt sich Hanspeter Hugentobler vom Fotografen in diversen Posen ablichten, bis alles im Kasten ist.

Auch die Wahl des Gegenstandes, den er auf Wunsch der Redaktion zum Fototermin mitgebracht hat, verrät den Medienprofi, der seine Botschaft zu inszenieren weiss: Ein mehrfarbiges Seil. Es soll symbolisieren, «dass wir nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander am gleichen Strick ziehen und gute Lösungen für das Zusammenleben erarbeiten sollten.»

Hugentobler hat christliche Ideale. Er kann sie in seinem Beruf ausleben. Seit 2003 ist er Geschäftsführer des Schweizer Ablegers von ERF Medien. Das Kürzel steht für «Evangelium in Radio und Fernsehen», ein internationales christliches Unternehmen, das Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendungen mit religiösen Inhalten produziert. Die Inhalte beziehen sich häufig auf die Bibel, seien aber überkonfessionell, sagt Hugentobler.

Auch Katholiken sollen sich angesprochen fühlen. ERF Schweiz lebt hauptsächlich von Spenden. Das Jahresbudget beträgt sieben Millionen Franken. Die Büros befinden sich im Industriegebiet Päffikons. Hugentobler ist Chef von 42 festen und 35 freien Mitarbeitern. «Ich versuche, sie so zu behandeln, wie ich selber von ihnen behandelt werden möchte», sagt er auf die Frage nach seinen Führungsgrundsätzen.

Hanspeter Hugentobler möchte für die EVP in den Regierungsrat.

Hanspeter Hugentobler möchte für die EVP in den Regierungsrat.

Gläubiger Christ

Der christliche Glaube zieht sich wie ein roter Faden durch Hugentoblers Biografie. Allerdings hängt der EVP-Kantonsrat den Glauben nicht an die grosse Glocke, weder als Gemeinderat und Schulpräsident in Pfäffikon noch als Präsident der Kantonalpartei. Manche finden, Hugentober könnte ebenso gut dem rechten SP-Flügel angehören.

Übereinstimmungen gibt es in der Sozial-, Gesellschafts- und Finanzpolitik: «Der Einsatz für die Schwächsten und die Integration von Menschen am Rand der Gesellschaft sind zutiefst christliche Anliegen», erklärt er. Und weil der Kantonsrat heute stark rechtslastig sei, positioniere sich die EVP-Kantonsratsfraktion eher links. Im Unterschied zur SP gewichte die EVP die Eigenverantwortung höher: «Der Staat soll den Leuten nicht alles abnehmen.»

Hugentobler ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Politisiert worden sei er als 17-Jähriger am Gymnasium, anlässlich eines Treffens, das die Klasse mit CVP-Bundesrat Kurt Furgler hatte. «Mich hat beeindruckt, wie Furgler zugehört und die Klasse ernst genommen hat.» Zu Hause habe er dann die Programme aller Parteien bestellt und studiert – und sich für die EVP entschieden. «Die dort verankerten christlichen Werte faszinierten mich», sagt Hugentobler, der damals in der christlichen Jugendarbeit einer Chrischona-Gemeinde tätig war, der grössten Freikirche der Schweiz. Später wechselte er in die reformierte Kirche.

Hanspeter Hugentobler EVP

Hanspeter Hugentobler EVP

Hanspeter Hugentobler von der EVP im Gespräch.

Hugentobler ist technikaffin. Nach der Matur begann er an der ETH ein Studium als Elektroingenieur. Weil ihn die Materie nicht erfüllte, brach er nach zwei Semestern ab und beschloss, Pfarrer zu werden. In Basel studierte er Theologie und war danach in einer Zürcher Chrischonagemeinde einige Jahre als Pfarrer tätig. Auch das war ihm zu einseitig.

Also wechselte er in den Journalismus. Er hatte Erfahrung als freier Mitarbeiter für Lokalblätter. 1998 bewarb er sich als Fernsehredaktor bei ERF Medien, erhielt den Job und wurde 2001 Chefredaktor. Später hängte er ein Nachdiplomstudium in Management an. Und als 2003 die Stelle als ERF-Geschäftsleiter frei wurde, erhielt den Zuschlag.

Schwerpunkt Bildung

Hugentobler weiss, dass seine Chancen, Regierungsrat zu werden, bescheiden sind. Er wäre der erste EVP-Politiker im Kanton, der das schaffte. Er hofft aber, dass die Kandidatur seiner 4,3-Prozent-Partei Schub bringt. Hugentobler sieht die EVP als Teil der politischen Mitte. Diese müsse stark sein, um die Polarisierung zu bremsen. Für den Regierungswahlkampf haben sich EVP, GLP und BDP verbündet, ohne sich auf eine einzige Kandidatur zu beschränken. Ein gemeinsames Wahlplakat soll es aber geben.

Im Kantonsrat hat er sich vor allem als Bildungspolitiker hervorgetan. Er setzt sich etwa für bessere Arbeitsbedingungen für Kindergärtnerinnen ein. Weil die Klassen immer heterogener werden, müssen sie unter erschwerten Bedingungen unterrichten, erhalten aber keinen vollen Primarlehrerlohn.

«Irgendwann muss der Kanton handeln, sonst findet er keine guten Leute mehr.» Hugentobler nervt sich über «das bürgerliche Mantra der Kostenneutralität in der Bildung». Angesichts steigender Schülerzahlen könne das nicht aufgehen. Hugentobler hält Silvia Steiner (CVP) für eine gute Bildungsdirektorin. Aber sie sei gefangen im ihr aufgezwungenen Korsett der Kostenneutralität.