Damit realisiert Skyguide einen ersten Schritt hin zu Virtual Centers, einem Netzwerk-Modell, dessen Schaffung die Schweizer Flugsicherung seit Jahren anstrebt.

Arbeitsplätze, Abläufe und Technologien in den Skyguide-Zentren Zürich und Genf werden einander angeglichen, wie Skyguide-Chef Daniel Weder am Dienstag vor den Medien ausführte. So sei ein gegenseitiger Austausch möglich, wie er ab 2018 erfolgen soll.

Ob irgendwann Skyguide Zürich und Genf völlig zusammengelegt würden, sei noch unklar, sagte Weder. Das sei nicht das Ziel des Netzwerk-Aufbaus. Der Vorteil des Zusammenspannens - im Idealfall europaweit - liege in mehr Effizienz und einer Steigerung der Absicherung für den Fall eines Ausfalls.

Was in der Schweiz beginnt, könnte dereinst laut Weder auch für die 60 zivilen Flugsicherungszentren in Europa gelten. Das Interesse am neuen Modell sei vorhanden. Mit Frankreich, Italien und Malta habe Skyguide die Absicht festgehalten, zusammen einen gemeinsamen Datenservice aufzubauen.

"Gutes, solides 2013"

Insgesamt hat Skyguide im vergangenen Jahr 1,14 Millionen Flüge kontrolliert. Das waren 30'000 weniger als im Jahr zuvor. Dennoch blicke man auf ein "gutes, solides Jahr" zurück, sagte Verwaltungsratspräsident Guy Emmenegger.

In allen drei Hauptkriterien - Sicherheit, Pünktlichkeit und Kosteneffizienz - habe die Flugsicherung gut abgeschnitten. Angesichts des Rückgangs des Flugverkehrs seien jedoch auch weiterhin "innovative Drittgeschäfte und strenges Kostenmanagement" unabdingbar, sagte Emmenegger.
Steigende Sicherheit

Das Sicherheitssystem wird laut Skyguide-Chef Weder von Eurocontrol mit einem "Security Maturity Index" gemessen. 100 Prozent gelten, wenn während eines Jahres niemals ein Vorfall verzeichnet wird. Skyguide erreicht einen Wert von 86,2 Prozent. In den letzten Jahren hat sich die Sicherheit kontinuierlich erhöht. 2012 lag der Wert bei 82,3 Prozent, 2011 bei 78,2 Prozent.

96,5 Prozent aller Flüge wurden nach Angaben von Skyguide pünktlich abgewickelt. Im Vergleich mit 2004 wurden 80 Prozent weniger selbst verursachte Verspätungen registriert.

Trotz weniger Umsatz Gebührensenkung

Als Folge der abnehmenden Zahl der Flugbewegungen reduzierte sich der Umsatz um 0,4 Prozent auf 438,5 Millionen Franken (Vorjahr: 440,2 Millionen). Die Ausfälle aus dem Kerngeschäft wurden zu einem grossen Teil kompensiert, wie Finanzchef Marc R. Bohren sagte. Damit sei es Skyguide möglich gewesen, die Anfluggebühren auf die Flughäfen Genf und Zürich für 2014 um 2 Prozent zu senken.

Der Betriebsaufwand ging um 1,3 Prozent auf 405 Millionen Franken zurück. Dank "straffem Kostenmanagement" und Erträgen aus Drittgeschäften übertraf das Betriebsergebnis von 33,59 Millionen Franken jenes vom letzten Jahr (29,95 Millionen). Das Eigenkapital stieg um 3,5 Prozent auf 338,6 Millionen Franken.

Das angehäufte Defizit konnte von rund 84 auf 65,3 Millionen Franken reduziert werden. Ziel sei es, diese Unterdeckung bis 2019 auszugleichen, so Bohren. Gehe es weiter wie bisher, könne dieses Ziel erreicht werden.