Nachgefragt

Simone Brander zum Rosengartenprojekt: «Es braucht flankierende Massnahmen»

Simone Brander ist Zürcher SP-Gemeinderätin aus Wipkingen und Vertreterin des Nein- Komitees.

Simone Brander ist Zürcher SP-Gemeinderätin aus Wipkingen und Vertreterin des Nein- Komitees.

Simone Brander erzählt im Interview wieso das Ergebnis der Abstimmung zum Rosengartenprojekt so deutlich ist und ob es bereits eine Lösung an der Rosengartenstrasse gibt.

Was gab den Ausschlag, dass das Ergebnis so deutlich ist?

Simone Brander: Verschiedene Faktoren haben überzeugt. Etwa das schlechte Kosten-Nutzen-Verhältnis des Projekts, oder dass es wahnsinnig teuer war. Das klare Ergebnis zeigt auch, dass es ein Projekt aus dem letzten Jahrhundert war und nicht kompatibel mit der Klimapolitik, wie wir sie heute brauchen. Zudem wäre es in den betroffenen Quartieren zu sehr viel negativen Auswirkungen gekommen.

Welche Argumente haben auf dem Land und welche in der Stadt überzeugt?

Die verschiedenen Aspekte haben in unterschiedlichem Mass dazu geführt, dass das Volk Nein sagte. Leute auf dem Land haben mich oft gefragt, warum sie überhaupt darüber abstimmen sollten, und nicht die Stadtbevölkerung alleine entscheide.

Man bekommt den Eindruck, als wolle Wipkingen keine Veränderung am Rosengarten. Es ist ja nicht das erste Nein zu einer Lösung des Verkehrsproblems.

Im Abstimmungskampf waren sich alle einig, dass die heutige Situation unhaltbar ist. Auch der Kanton hat immer gesagt, man wolle etwas tun für die Leute, die dort wohnen. Deshalb braucht es flankierende Massnahmen – und zwar schnell.

Was kann man sofort umsetzen?

Das Tempo senken. Das würde eine deutliche Lärmreduktion bringen. Dann könnte man Zebrastreifen machen, welche die Trennwirkung des Quartiers aufheben. Man könnte dafür sorgen, dass der Autoverkehr, der nicht ins Quartier will, auf die Nordumfahrung gelangt. Dort baut man ja den Gubrist aus. Nachts könnte man zudem ein Lastwagenfahrverbot einführen.

Aber die Kapazität für den Individualverkehr darf nicht reduziert werden wegen des neuen Artikels in der Kantonsverfassung.

Hier ist der Kantonsrat gefordert. Wir stehen jetzt klimapolitisch an einem anderen Ort. Der Verfassungsartikel ist heute nicht mehr haltbar. Da muss man nochmals über die Bücher.

Was ist mit dem Tram?

Es hat offenbar nicht überzeugt als Praliné auf dem Kuhfladen. Man muss schauen, ob es wirklich ein Tram braucht, oder ob es reicht, mehr Trolleybusse häufiger fahren zu lassen. Diese sind gegenüber dem Tram im Vorteil, weil sie auf der steilen Strecke schneller fahren können.

Wie schnell glauben Sie, gibt es eine Lösung an der Rosengartenstrasse?

Ich poche schon lange darauf, dass man einfache, kostengünstige Massnahmen umsetzt. Wenn man politisch will, geht es schnell. Das Abstimmungsergebnis ist ein deutliches Zeichen, dass man etwas anderes machen muss als ein solch gigantisches Projekt.

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