Zürich
Sika investiert in Niederlassung in Zürich-Altstetten

Der Bauchemie- und Klebestoffhersteller Sika investiert 60 Millionen Franken in den Ausbau seines Standortes in Zürich-Altstetten. Geplant ist der Neubau eines Labor- und Bürogebäudes für bis zu 300 Arbeitsplätze.

Heinz Zürcher
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Die Sika baut den Standort in Zürich-Altstetten aus.

Die Sika baut den Standort in Zürich-Altstetten aus.

Keystone

Fast jeder Autobauer verwendet Klebemittel der Sika AG. Gestern hat der Industriebetrieb - einer der grössten Zürichs - den Ausbau des Standorts in Altstetten gestartet.

Während viele industriell tätige Unternehmen ihre Produktionsstätten ins günstigere Ausland verlegen, baut die Sika AG in Zürich Altstetten aus.

Gestern haben die Arbeiten offiziell begonnen. Bis 2016 entsteht zwischen dem Hauptgebäude und der Limmat ein Neubau für Büros und Labors, in denen für das globale Unternehmen neue Kleb- und Dichtstoffe entwickelt werden. Im sechsstöckigen Gebäude werden Räume für Personaldienst, Marketing, IT, Schulung und Entwicklung geschaffen. Im fünften Stock befinden sich Mitarbeiterrestaurant und Lounge.

Neue Arbeitsplätze

60 Millionen Franken investiert die Sika in den Erweiterungsbau. In diesem werden künftig 300 der 830 in Zürich Altstetten tätigen Angestellten arbeiten. 200 der 300 neuen Arbeitsplätze werden vom Personal der bestehenden Niederlassungen in Urdorf und Pfäffikon besetzt. Diese Standorte gibt die Firma auf.

«Seit der Gründung der Sika im Jahr 1910 haben wir den Sitz in Zürich Altstetten kontinuierlich ausgebaut», sagte gestern Sika-CEO Jens Jenisch. «Allein in den letzten zehn Jahren haben wir rund 120 Millionen Franken investiert.» Der historisch gewachsene Betrieb an der Limmat ist für Jenisch aber nicht der einzige Grund, um am Standort Zürich festzuhalten. Von Vorteil seien auch die Nähe zu den Universitäten sowie die gute Anbindung an die Autobahn und den Schienenverkehr. Als Arbeitgeber für Fachkräfte aus aller Welt sei auch die Lebensqualität der Stadt Zürich ein Wettbewerbsvorteil.

Dass sich die Sika zum Standort Zürich bekennt, freut SP-Stadtrat André Odermatt. «Es ist wichtig, dass in der Stadt verschiedene Wirtschaftszweige ihren Platz haben - und nicht nur Banken», sagte der Vorsteher des Zürcher Hochbaudepartements am Festakt. Der Stadtrat bemühe sich deshalb, das Gewerbe zu unterstützen und die Bedürfnisse in der Zonenplanung zu berücksichtigen.

Kleben statt Schweissen

Bereits im April hat die Sika am Westende ihres Firmengeländes ein neues Infrastrukturzentrum eröffnet. Darin sind Werkstätten untergebracht sowie die Betriebsfeuerwehr, die Entsorgung und ein Parkhaus. Ein Teil der 220 Parkplätze kann von den Anwohnern genutzt werden. Dasselbe gilt für die Kinderkrippe, die ab 2015 auf dem Areal der Sika betrieben wird und primär dem Nachwuchs der Mitarbeitenden zur Verfügung stehen soll.

Die Firma kann sich diese Extras leisten. 2013 erzielte sie weltweit einen Umsatz von 5 Milliarden Franken, doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Hochwertige Klebstoffe werden mittlerweile in vielen Bereichen eingesetzt, etwa im Tief-, Hoch- und Autobau. Statt zu schweissen, werde heute häufiger geklebt, sagt Urs Jaeger, Leiter der Abteilung Kleb- und Dichtmassen. «Klebstoffe sind dichter, beständiger und korrodieren nicht. Zudem ist die Fertigung schneller und einfacher.» In Altstetten forschen über 200 Mitarbeitende nach immer noch besseren Kleb- und Dichtmassen. CEO Jens Jenisch kündigt bereits an, den Bereich auch nach der Eröffnung des Neubaus weiter auszubauen.