Tierwelt
Sihl aufgewertet: Ein versteckter Fisch-Hotspot mitten in Zürich

Mitten in der Stadt Zürich besteht ein Fisch-Hotspot: Damit sich in der Sihl bedrohte Fischarten wie Nase, Äsche und Schneider weiterhin halten können, sind zwischen Gessnerbrücke und Limmat mehrere Aufwertungsmassnahmen umgesetzt worden.

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Zwischen der Gessnerbrücke bis zur Mündung in die Limmat beim Platzspitz wurde die Sihl renaturiert.
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Für den Bau der Durchmesserlinie musste die Sohle des Flusses aus Hochwasserschutzgründen abgesenkt und in den Durchlässen unter dem Zürcher Hauptbahnhof (HB) ausbetoniert werden.
Dies führte zu einer starken Beeinträchtigung der Sohle als Lebensraum für Fische und andere aquatische Organismen.
Aufwertung der Sihl
Neu gibt es unter anderem Fischunterstände und Natursteinblöcke, welche das Flussbett strukturieren und die Strömung lenken.
Zudem wurden Wurzelstöcke und Astbündel befestigt und Kiesbänke aufgeschüttet, um Laichplätze für die bedrohten Äschen und Nasen (Bild) zu schaffen.

Zwischen der Gessnerbrücke bis zur Mündung in die Limmat beim Platzspitz wurde die Sihl renaturiert.

zvg

Wegen verschiedener Bauarbeiten waren in den vergangenen Jahren an der Sihl verschiedene Eingriffe nötig. Für den Bau der Durchmesserlinie musste etwa die Sohle des Flusses aus Hochwasserschutzgründen abgesenkt und in den Durchlässen unter dem Zürcher Hauptbahnhof (HB) ausbetoniert werden.

"Dies führte zu einer starken Beeinträchtigung der Sohle als Lebensraum für Fische und andere aquatische Organismen", heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung von WWF Schweiz, Kanton und Stadt Zürich sowie der SBB vom Mittwoch. Als ökologische Ersatzmassnahme wurde die Sihlsohle nun aufgewertet.

Neu gebe es unter anderem Fischunterstände und Natursteinblöcke, welche das Flussbett strukturieren und die Strömung lenkten, heisst es in der Mitteilung. Zudem wurden Wurzelstöcke und Astbündel befestigt und Kiesbänke aufgeschüttet, um Laichplätze für die bedrohten Äschen und Nasen zu schaffen.

Die nötigen Biotope geschaffen

Am linken Sihlufer wurde im Durchlass unter dem HB zudem eine sogenannte "Berme" für Kleintiere geschaffen – ein Korridor, der die Längsvernetzung im Fluss gewährleistet.

"Mit diesen Massnahmen haben wir die nötigen Biotope geschaffen", liess sich Simone Messner, Projektleiterin beim kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel), zitieren. "Nun warten wir gespannt, bis die Tiere sie besiedeln."

Für Menschen könnten die Neuerungen in der Sihl zwar wenig auffällig sein, heisst es weiter. "Für die Natur bedeuten sie aber eine entscheidende Verbesserung."