Verkehr
Sieben neue Vorschläge für die Umfahrung Eglisau

Der Kanton Zürich präsentierte am Montag sieben Umfahrungs-Varianten, die Eglisau vom Verkehr entlasten sollen. Über die Kosten dieser Varianten gibt es erste Schätzungen.

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So idyllisch ist es in Eglisau schon lang nicht mehr.

So idyllisch ist es in Eglisau schon lang nicht mehr.

Matthias Scharrer

Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion hat sieben neue Vorschläge, wie Eglisau vom Verkehr entlastet werden könnte. Von den sieben Umfahrungs-Varianten handelt es sich um fünf Brücken- und zwei Tunnelvarianten. Der Kanton hat sie am Montag vorgestellt.

Die Varianten heissen "Tief", "Hoch", "Abgesetzt", "Rittlings", "Kombi", "Tunnel T5+" und "Tunnel T6+". Die beiden Tunnel-Varianten würden den Rhein im Osten von Eglisau unterqueren. Die fünf Brücken-Varianten würden alle im Westen des Städtchens über den Rhein führen. Über die Kosten der einzelnen Varianten gibt es gemäss Mitteilung der Volkswirtschaftsdirektion erst Schätzungen.

Möglichst rasch und möglichst günstig

Für die Brücken-Varianten reichen die Schätzungen von 190 bis 510 Millionen Franken. Die beiden Tunnel-Varianten dürften mit rund 780 Millionen deutlich teurer zu stehen kommen.

Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker will, dass für Eglisau "möglichst rasch eine Lösung gefunden wird, die auch finanziell tragbar ist", wie er in der Mitteilung zitiert wird. Die sieben Varianten wurden am Montag einer Delegation der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission präsentiert.

Das Einverständnis dieser Kommission ist zwingend, da die Rheinlandschaft im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt ist. Der frühe Einbezug der Kommission soll Aufschluss geben, welche Variante bewilligungsfähig sein könnte und welche nicht weiterverfolgt werden sollen. So will der Kanton unnötigen Planungsaufwand vermeiden.

Bis zu 22'000 Fahrzeuge pro Tag

Ein erstes Brücken-Projekt des Kantons scheiterte Ende 2013 an eben dieser Natur- und Heimatschutzkommission. Sie kam zum Schluss, dass eine Brücke am geplanten Ort im Westen des Städtchens wie ein Riegel wirken würde. Der Regierungsrat entschied daraufhin, das Projekt zu begraben und neue Umfahrungs-Varianten zu entwerfen.

Das Städtchen leidet seit Jahren unter der Verkehrslawine. Täglich überqueren rund 22'000 Fahrzeuge die historische Rheinbrücke, davon rund zehn Prozent Lastwagen.