Marilen Muff hat den Auftritt im Fernsehen nicht gesucht. Denn eigentlich hat sie als Winzerin alle Hände voll zu tun. Mit ihrem Lebenspartner Alain Schwarzenbach arbeitet die 29-Jährige seit drei Jahren in dessen elterlichem Weinbaubetrieb in Obermeilen.

Die beiden erledigen nicht nur die Arbeiten in den Reben und im Keller gemeinsam. Sie stehen ebenso gerne zusammen in der geräumigen Küche im rund 300-jährigen Winzerhaus, um einander und noch lieber Gäste zu bekochen.

Diese Voraussetzungen waren ausschlaggebend dafür, dass Marilen Muff schliesslich als eine der sieben Kandidaten ausgewählt wurde, die das Schweizer Fernsehen für seine neue TV-Serie «Eusi Landchuchi» suchte (siehe Kasten). Die Hobbyköche sollten alle einen ländlichen Hintergrund und damit einen Bezug zu ihrer Region haben. Dem TV-Team fehlte noch eine Winzerin aus der Deutschschweiz. Als eine von Muffs Kolleginnen, die angefragt worden war, nicht mitmachen konnte, sprach diese die Meilemerin darauf an. Nach dem anschliessenden Casting beim Fernsehen gehörte die Winzerin zu den Mitstreitern.

Strenge Woche mit TV-Team

Obwohl Marilen Muff gerne mitgemacht hat und ihre Mitstreiter als eine «mega lässige Gruppe» in Erinnerung behalten wird, muss sie zugeben: «Es war eine strenge Zeit.» Denn nicht nur hatte sie Anfang Mai die Fernsehcrew eine Woche lang täglich um sich, da die 50-minütige Sendung jeweils das Umfeld der Gastgeber sowie deren Region vorstellt. Auch musste sie an sechs Wochenenden zu den anderen Kandidaten reisen, ins Bernbiet, ins Tessin, ins Bündnerland, in den Thurgau und in die Waadt, um deren Kreationen zu kosten und zu benoten. Neben dem dreigängigen Menü wurden auch die Gastfreundschaft, der Empfang, die Dekoration der Tafel sowie das Ambiente bewertet.

Am Schluss der Filmaufnahmen folgte die Aufzeichnung mit den eingetroffenen Gästen und dem Essen in der Reblaube an der Obermeilemer Seestrasse. An jenem Tag stand die Hobbyköchin fast den ganzen Tag in der Küche, einzig ihre Mutter stand ihr als Hilfe zur Seite. Ihr Freund Alain hatte die Rolle des Kellners inne, der die Kandidaten in der getäferten Stube am grossen Esstisch bediente.

Willkommen geheissen wurden die Gäste oberhalb Meilen am Chorherrenweg. «Von dort ist die Aussicht auf die Gemeinde mit ihren Reben und den See am schönsten», sagt die Gastgeberin. Den Apéro servierte man gegenüber dem Weinbaubetrieb direkt am See. Marilen Muff schenkte dabei den ersten Jahrgang ihres selbst gekelterten Rheinrieslings 2014 aus, dazu reichte sie in Bierteig frittierte Müsliblätter.

Fisch aus dem Zürichsee

Als Vorspeise wählte die Winzerin eine Räuschlingsuppe, um ihre Gäste mit einer der typischsten Rebsorten am Zürichsee vertraut zu machen. Dazu gabs saisongerecht Spargeln sowie Fisch aus dem See. Der Meilemer Berufsfischer Peter Grieser lieferte den Hecht, aus dem Muff ihre Klösschen zubereitete. «Das Rezept habe ich vom ehemaligen Wirt des Restaurants Schiffli», verrät sie. Die Kalbsbäggli für den nächsten Gang hat sie während sieben Stunden im Ofen bei 90 Grad Hitze schmoren lassen. «Je länger sie schmoren, desto zarter werden sie.»

Inzwischen hat sich auch Alain Schwarzenbach zum Gespräch gesellt und am Küchentisch Platz genommen: «Vom Fleisch musste ich allen nachschöpfen», erinnert er sich. Auch der Wein sei reichlich geflossen. Zur Krönung des Mahls hat das Winzerpaar nämlich seine letzte Magnumflasche vom Pinot noir Sélection 2008 aus dem Keller geholt. «Es ist unser komplexester Pinot überhaupt.»

Nachtisch mit Verjus

Und wie stehen die Chancen, dass ihre kulinarische Präsentation den Sieg davontragen könnte? «Alle haben auf sehr hohem Niveau gekocht», sagt Muff. Ihr Gefühl sage ihr aber, dass sie gut mithalten kann. Wer erfahren möchte, wer von den sieben Kandidaten für die beste «Landchuchi» gekürt wird, darf die letzte Ausstrahlung vom 21. August nicht verpassen.

Die Sendung mit dem Porträt von Marilen Muff und dem Weinbau Schwarzenbach wird am Freitag, 24. Juli, um 20.05 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt.